Am Vormittag des 24. Oktober sorgte eine ungewöhnliche Protestaktion für Aufsehen: Ein 5-Meter großes Schwein thronte mitten auf dem Platz vor dem Parlament, begleitet von der Forderung "Stroh statt Beton". Während die Abgeordneten zur ersten Sitzung des neu gewählten Nationalrats eilten, nutzte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) den Moment, um auf das Problem der Schweinehaltung in Österreich aufmerksam zu machen.
Der Protest richtet sich gegen den Vollspaltenboden, auf dem Schweine ihr Leben auf kaltem Beton verbringen. Trotz der gesetzlichen Frist, die bis Juni 2025 läuft, fehlt es bislang an einer Lösung. Die ÖVP hatte zuletzt "strukturierte" Betonböden als Verbesserung vorgestellt, was jedoch auf scharfe Kritik stößt. "Beton bleibt Beton", betonte VGT-Obmann DDr. Martin Balluch vor Ort. "Was die Tiere brauchen, ist eine Haltungsform mit Stroh."
Balluch kritisiert die geplante "Strukturierung" des Vollspaltenbodens scharf: "Das ist wie damals beim Verbot der Legebatterien – der sogenannte möblierte Käfig war kaum besser. Jetzt will man uns einen strukturierten Vollspaltenboden als Fortschritt verkaufen, dabei ändert sich für die Tiere nichts." Balluch warnt, dass bei einer Fortführung dieser Praxis eine erneute Verfassungsklage droht. "Es wäre besser, den Vollspaltenboden komplett zu verbieten und durch Stroheinstreu zu ersetzen."