Mit nur 19 Jahren führt Kimi Antonelli die Formel-1-WM an – eine Entwicklung, von der auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff positiv überrascht ist. "Ich glaube, dass der Junge das Feedback einfach sehr gut verarbeiten und umsetzen kann", sagte der 54-Jährige im Sky-Interview vor dem Großen Preis von Ungarn über die Formstärke des Teenagers. Der Italiener habe sich diesbezüglich über den Winter deutlich verbessert.
Weil zudem George Russell derzeit auf Rang drei der Fahrerwertung liegt, plant Mercedes auch für 2027 fest mit seinem Duo. Ein Hintertürchen lässt sich Wolff für die Zukunft aber offen: "Wir scheuen uns nicht, irgendwann auch Max (Verstappen, Anm.) und Kimi zusammen im Team zu haben." Der Niederländer Verstappen, derzeit für Red Bull am Start, war zuletzt Fragen nach seiner Zukunft immer wieder ausgewichen.
Klar ist: Der eigentlich bis 2028 laufende Vertrag des Vierfach-Weltmeisters enthält eine Ausstiegsklausel, die greift, wenn Verstappen während der Sommerpause der Formel 1 nicht unter den Top Zwei der Fahrer-Weltmeisterschaft liegt – das kann Red-Bull-Star Verstappen nicht mehr erreichen. Schon in der Vergangenheit hat Wolff immer wieder Interesse am Sieger von 71 Formel-1-Rennen bekundet.
Anders als Antonelli hatte Russell zuletzt nicht nur mit Pech am Auto zu kämpfen, sondern wurde auch vom neuen Reglement herausgefordert. Insbesondere das richtige Timing beim Be- und Entladen der Batterie seien relativ komplex und erforderten einen angepassten Fahrstil, so Wolff bei Sky: "Manche Piloten sagen, es macht ihnen Spaß. Andere sagen, man muss lernen, damit umzugehen. Und wieder andere sagen: Wir wollen altes Racing. Vollgas bis zur Kurve - und wer am spätesten bremst, gewinnt."
Auf Strecken wie dem Hungaroring funktioniere das Konzept jedoch hervorragend: "Hier fährst du immer volles Rohr auf der Geraden, bremst so spät wie möglich und gehst so schnell wie möglich durch die Kurven. Das ist genau, wie Racing immer war. Eine neue, interessante Komponente ist aber, wo man das Battery-Deployment einsetzt." Auf Kursen wie Spa, Silverstone oder Baku mache das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Software-Team den entscheidenden Unterschied.