Politik

Was sich Kanzler Kurz zu Weihnachten wünscht

Bei "Licht ins Dunkel" im ORF packten die heimischen Politiker am Heiligen Abend über ihre Weihnachtswünsche, Sorgen und Hoffnungen aus. 
Rene Findenig
24.12.2020, 20:21

"Menschlichkeit muss das letzte Wort haben", eröffnete Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn die Weihnachtsbotschaften. Er erinnerte daran, dass es die eigentliche Botschaft von Weihnachten sei, dass Gott sich auf diese Welt eingelassen habe und "dass die Welt deshalb nicht verloren ist, selbst wenn sie in einer Krise wie der Corona-Pandemie ist." Und: "Die Politik darf nicht das letzte Wort haben, die Menschlichkeit muss das letzte Wort haben. Man kann Wege finden, wie man gute Politik und Menschlichkeit miteinander verbindet."

Als "Stimme der Vernunft" hätten gerade die Religionsgemeinschaften in Krisensituationen die Aufgabe, einen wertschätzenden und harmonischen Austausch zu pflegen, so Ümit Vural, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Den Wert des Zusammenhaltes und die Chance, in der Krise auch Positives zu entdecken, sagten die weiteren Religionsvertreter wie Oberrabbiner Jaron Engelmayer, der griechisch-orthodoxe Erzpriester Nikolaus Rappert, der Präsident der buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, und der Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche Österreichs, Karl Schiefermair.

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„"In diesem Jahr wurde einem jeden bewusst, dass Gesundheit einfach das höchste Gut ist, das leider nicht selbstverständlich ist"“

Bundespräsident und Schirmherr der Aktion "Licht ins Dunkel", Alexander Van der Bellen, und seine Frau Doris Schmidauer waren bereits am Vormittag zu Gast und halfen an den Spendentelefonen mit: "Es ist wichtig sich zu erinnern, dass man mit Mut und Zuversicht ganz anders durchs Leben geht auf die Dauer. Man muss auch in Krisensituationen einen Weg finden. So haben wir auch durch die Pandemie gelernt, womit zu Beginn niemand gerechnet hätte, dass wir nämlich am Ende des Jahres schon einen Impfstoff haben werden."

Bundeskanzler Sebastian Kurz unterstrich: "Es war für uns alle ein extrem herausforderndes Jahr. Auch für die Politik. In diesem Jahr wurde einem jeden bewusst, dass Gesundheit einfach das höchste Gut ist, das leider nicht selbstverständlich ist." Der Bundeskanzler betonte, wie schwierig vor allem für ältere Menschen die Gradwanderung zwischen notwendigem Schutz einerseits und Vereinsamung anderseits sei. Kurz zeigte sich optimistisch, dass das neue Jahr "hoffentlich die Trendwende" bringen und mit der Rückkehr zur Normalität auch wieder "einen Staat, der möglichst wenig Regeln vorgibt" ermöglichen werde.

„"Könnte auch einmal von Nutzen sein, dass es stiller wird"“

Vizekanzler Werner Kogler nannte Zusammenhalt und Geduld, im Privaten ebenso wie in der Politik, als Tugenden der Pandemie, die auch in der Frage der Impfung gelten: "Die einen sollen Argumente bringen – aber ohne Zwang –, und die, die skeptisch sind, sollen sich die Argumente anhören." Für die stille Nacht, die heuer besonders für die Silvesternacht zur ungewohnten Realität werde, "könnte es auch einmal von Nutzen sein, dass es stiller wird", so der Vizekanzler.

Auch die Oppositionsparteien stellten die Botschaft des Miteinanders, an dem die politische Kontroverse Pause macht, in den Vordergrund. SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner: "Es ist ein Jahr der maximalen Herausforderungen und der großen Lehren. Die große Lehre von Corona ist, dass wir solche Krisen nur gemeinsam bewältigen können." Norbert Hofer, Bundesparteiobmann der FPÖ: "Speziell in der Weihnachtszeit ist Politik gar kein Thema, sondern das Persönliche, Menschliche zählt. Aber natürlich, Politik begleitet jeden von uns, weil Politik das Leben beeinflusst. Jeder hat seinen Rucksack, auch darüber muss man reden können." Nationalratsabgeordneter Helmut Brandstätter von den NEOS räumte ein, dass man auch als Politiker nicht auf alles Antworten habe und "lebenslanges Lernen" ebenso wichtig sei wie "starke Medien und starke Opposition" für demokratische Kontrolle.