Wie überall im Leben können auch im Beruf Konflikte entstehen. Hierfür gibt es in den meisten Betrieben gewählte Jugendvertrauensräte, also die Lehrlingssprecher im Betrieb, und die Betriebsräte. Meist wird durch ein konstruktives Gespräch eine Lösung gefunden. Für eine Beratung und Hilfe steht natürlich auch die Gewerkschaft zum Schutz der Lehrlinge zur Verfügung.
Schwarze Schafe unter den Arbeitgebern: Laut Studie der AK Wien von Herbst 2011 klagen zwei von fünf befragten Wiener Lehrlingen (37 Prozent) über häufige Überstunden, die für Jugendliche unter 18 Jahren verboten sind. Ein Viertel der Befragten (24 Prozent) bekommt zu spüren, dass Krankenstände von Lehrlingen nicht erwünscht sind.
Ausbildungsqualität, menschlicher Umgang: Mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent) sagt, sie würden den/die AusbildnerIn nur selten sehen. Zwei von fünf (42 Prozent) klagen, sie würden oft vor anderen kritisiert. Wiederum mehr als ein Drittel (35 Prozent) erlebt oft Kritik unter der Gürtellinie.
Notwendig sind daher Reformen: Qualitätsmanagement in der Lehrausbildung, verpflichtende betriebliche Ausbildungspläne, externe Qualitätskontrollen und eine Ausweitung der Berufsschulzeit.
Mach eine Karriere mit Lehre: Die duale Berufsausbildung kann eine Karriereleiter sein, dazu braucht es aber noch mehr Ausbildungsqualität. Eine Zukunftsvision wäre zum Beispiel, dass mit der Lehrabschlussprüfung auch das Studieren automatisch ermöglicht wird! Die Lehre ist ein Teil des Bildungssystems, daher dürfen junge Menschen auf keinen Fall als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Sollte dies der Fall sein, dann helfen die Gewerkschaften weiter!