Der unglaublichste Arbeitsunfall des Jahres hat jetzt ein Nachspiel vor Gericht: Neue Dauerwellen hätten Anna S. (77) beinahe das Leben gekostet. Denn unter der Trockenhaube traf sie aus Versehen ein Schuss in den Hals.Friseurin Anita F. (49) drohen zwei Jahre Haft.
Beim Fest zum 95. Geburtstag einer Verwandten wollte Anna S. aus Egelsee (NÖ) gut aussehen. Also bat sie ihre Nachbarin Anita F. (49), eine gelernte Friseurin, um freundliche Hilfe in deren Privatsalon im Keller. Der Kundenwunsch: schmucke Dauerwellen.
Doch das Styling endete heuer am 13. Jänner mit einer Katastrophe. Denn nach Waschen und Legen ihrer Haare saß Pensionistin Anna nur kurz entspannt unter der Trockenhaube. Dann lag sie plötzlich auf dem Boden und blutete am Hals.
Eine Revolverkugel (Kaliber 22) hatte sie getroffen. Erklärung der Groteske: Während die neue Frisur der Seniorin trocknete, hatte Friseurin Anita Besuch von einem Bekannten bekommen. Dem zeigte sie den Revolver, mit dem ihr Ehemann Josef seine Hühner vor hungrigen Mardern beschützt. Und beim Hantieren löste sich aus Versehen ein Schuss.
Die Unglücksschützin zerknirscht: „Ich habe Anna sofort die Wunde zugedrückt, um die Blutung zu stoppen und die Rettung gerufen. Es tut mir alles so leid.“ Am 20. Oktober kann die Friseurin am Landesgericht St. Pölten ihre Reue zeigen.
Staatsanwalt Peter Ficenc: „Die Anklage lautet auf fahrlässige Körperverletzung unter gefährlichen Verhältnissen. Darauf stehen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.“ Trotz des Dramas sind Anna und Anita Freundinnen geblieben. Die Friseurin chauffiert die Rentnerin zu Nachbehandlungen und zum Supermarkt. Nur „Salon- fähig“ ist sie nicht mehr.