Jeff Bezos, Elon Musk und andere Tech-Milliardäre träumen schon länger davon, ganze Industriebereiche auf den Mond zu verschieben. Teilweise wurde bereits von selbst wachsenden Siedlungen geträumt. Auch der ESA-Astronaut Alexander Gerst bezeichnete den Mond als eine Art achten Kontinent.
Doch jetzt haben zwei Astrophysiker die Träume der Milliardäre durchgerechnet - und sprechen von einer schlechten Nachricht: Selbst wenn es an den Polen des Mondes 30-mal so viel Wasser gibt wie angenommen und das so effizient wiederverwendet wird wie auf der ISS, würde einer Mondkolonie mit einer Million Menschen nach etwa einem Jahrhundert das Wasser ausgehen.
Wie es bei heise online heißt, haben die Wissenschaftler Martin Elvis und Jonathan McDowell für ihre Berechnungen die optimistischsten Schätzungen von bis zu einer Milliarde Tonnen Wasser zugrunde gelegt. Doch zuverlässige Schätzungen gehen nur von einem Dreißigstel dieser Menge aus. Bei diesen realistischeren Zahlen würde einer kleineren Kolonie das Wasser sogar schon nach einem Jahrzehnt ausgehen.
Ganz aussichtslos ist die Mondbesiedlung aber nicht: Eine Siedlung mit Tausenden oder maximal 10.000 Menschen wäre hingegen über Jahrhunderte oder sogar noch länger nachhaltig zu erhalten, so die Forscher. Die Stromgewinnung wäre dabei kein Problem.
Die beiden Astrophysiker sehen für das Wasserproblem bei einer umfangreichen Kolonisierung mehrere Lösungsmöglichkeiten. So könnte man versuchen, die Effizienz beim Recycling noch weiter zu steigern oder noch weniger zu verbrauchen. Man könnte das Wasser auch in großem Umfang zu einer Siedlung schaffen - etwa indem man es von Asteroiden beschafft.
Vorstellbar sei aber auch, dass es auf dem Mond noch viel mehr Wasser gibt, als selbst die optimistischsten Schätzungen aktuell nahelegen - zum Beispiel in größerer Tiefe. Das Wasser an den Mondpolen wurde erst vor wenigen Jahren bestätigt. Die Sonnenstrahlen erreichen die in ewiger Dunkelheit liegenden Areale nie, weshalb sich dort Eis halten kann.