WEGA-Beamte seilen sich vom Donauturm ab

Bild: Leserreporter Harald Lechner

Die Redewendung "sich abseilen" ist nicht immer wörtlich zu nehmen. Doch wenn die Seiltechniker der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) und der Rettung in der Bundeshauptstadt am Werk sind, gilt in der Regel der Wortsinn. Was diese Spezialisten unter "sich abseilen" verstehen, demonstrierten sie am Dienstagvormittag auf dem Wiener Donauturm.

Die Redewendung "sich abseilen" ist nicht immer wörtlich zu nehmen. Doch wenn die Seiltechniker der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) und der Rettung in der Bundeshauptstadt am Werk sind, gilt in der Regel der Wortsinn. Was diese Spezialisten unter "sich abseilen" verstehen, demonstrierten sie am Dienstagvormittag auf dem Wiener Donauturm.

Auf der Plattform in 150 Metern Höhe hängten sie sich an ein ein Zentimeter dünnes Seil. Das hält aber immerhin eine Tonne Gewicht aus, wie der WEGA-Einsatzleiter, Hauptmann Harald Kubik, erläuterte. Geübt werde unter anderem das Vertrauen in den Kollegen, welcher den Knoten für das Seil bindet, an dem sich die Beamten 150 Meter in die Tiefe hanteln.

Die Knoten hielten, die Einsatzkräfte, für die solche Übungen alles andere als Neuland sind, kommentierten die Aktion trocken: "Es war nicht schlimmer, als sich von einem Baukran aus 40 oder 50 Metern Höhe abzuseilen. Das ist alles schon sehr hoch, das macht dann kaum noch einen Unterschied", meinte ein Beamter, der wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Mindestens ein Einsatz pro Woche

40 Mann umfasst die Seiltechnikergruppe der WEGA. Bei der Rettung sind es 20, davon sind fünf immer im Dienst. Geübt wird gemeinsam, etwa beim Kletterturm in der Roßauer Kaserne, wo die WEGA ihr Hauptquartier hat. Ronald Packert, Sprecher der Wiener Rettung, sagte, dass es in der Regel einen Einsatz pro Woche für die Seiltechniker gibt. Darunter fallen auch Bergungen aus Schächten, Transporte von Schwergewichtigen und dergleichen. "Im Notfall muss der Sanitäter am Seil auch Spritzen verabreichen können."

Bei der WEGA sind es etwa ein bis zwei Einsätze pro Monat, "aber sehr anspruchsvolle", wie Kubik sagte. "Die meisten Einsätze gibt es an exponierten Stellen, auf hohen Gebäuden oder Baukränen." Nicht selten sind es Suizidgefährdete, welche die Polizeibeamten sicher auf den Boden bringen müssen.

Hubschrauberbergung schwierig

Geübt wurden darüber hinaus Hubschrauberbergungen. Das Problem dabei sei, dass man immer von der Lee-Seite, also der dem Wind abgewandten Seite zum Donauturm anfliegen müsse, erklärte der Pilot des Polizeihubschraubers, Chefinspektor Wilhelm Stastny. Das bringe sehr viele Luftverwirbelungen durch die Nähe des Gebäudes mit sich, der Helikopter muss aber absolut ruhig gehalten werden. Stastny löste die Aufgabe problemlos.

APA/red

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