Wegen Abschiebung: Eltern drohten Kinder zu vergiften

Heikler Prozess am Donnerstag in Krems: Zwei Iraner sollen gedroht haben, im Falle einer Abschiebung, ihre Kinder zu töten.
Aus purer Verzweiflung über die drohende Abschiebung nach Kroatien hatte ein in Mühldorf (Bezirk Krems) lebender Iraner (37) im Dezember einen Brief an die Diakonie geschrieben. Sinngemäßer Inhalt laut Anklage: „Müssen wir nach Kroatien, vergifte ich meine Kinder. Meine Frau ist einverstanden." Die Behörde griff jedoch sofort ein, die Polizei nahm Mutter und Vater fest, die Kinder (2, 8) kamen zu Verwandten ("Heute" berichtete).

Vor Gericht in Krems am Donnerstag war jedoch alles anders: Die beiden Iraner leugneten jede Tötungsabsicht, sprachen nur von einem Hilfeschrei: „Es war nur eine Redewendung in die Richtung: Bevor wir langsam in Kroatien sterben, sterben wir lieber hier schnell."

Freispruch im Zweifel

Da der Übersetzer des Briefes kein offizieller Dolmetscher war, sondern „nur" der bekannte Teppichhändler Mohammed Houschmand, hielt die Anklage (Mordkomplott) nicht stand. Daher Freispruch im Zweifel (nicht rechtskräftig - die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab). Was jetzt mit den Kinder passiert, ist wieder Behördensache. (Lie)



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