Wegen Corona boomen private Krankenversicherungen

Während des Corona-Jahres 2020 erlebten private Krankenzusatzversicherungen einen regelrechten Boom. Jeder dritte Österreicher verfügt über eine solche.
Während des Corona-Jahres 2020 erlebten private Krankenzusatzversicherungen einen regelrechten Boom. Jeder dritte Österreicher verfügt über eine solche.Wolfgang Filser / SZ-Photo / picturedesk.com (Symbolbild)
Während des Corona-Jahres 2020 erlebten private Krankenzusatzversicherungen einen regelrechten Boom. Jeder dritte Österreicher verfügt über eine.

Die Corona-Krise hat zu einem Boom der privaten Krankenzusatzversicherungen geführt. Etwa jeder dritte Österreicher verfügt über eine solche Absicherung. Ein Zehntel der Polizzen wurde dabei aber erst im Jahr 2020 neu abgeschlossen, berichtet die "APA". "Das vergangene Jahr dürfte jedenfalls zu einem Run auf Zusatzversicherungen geführt haben", obwohl die Wirtschaftskrise eher eine Rückkehr in die öffentliche Gesundheitsversorgung hätte vermuten lassen, hieß es am Donnerstag bei einer Online-Präsentation.

Im Gegensatz dazu sei bei 38 Prozent das Vertrauen in das Gesundheitswesen während der Corona-Krise gesunken. "Das hat uns überrascht. Denn das Gesundheitssystem ist ja nicht kollabiert", sagte Geschäftsführer Reinhold Baudisch.

Im Jänner wurden 1.200 über 18-Jährige zu den Privatversicherungen online befragt, repräsentativ nach Geschlecht, Alter und Bundesland, so Baudisch. 31 Prozent der Befragten besitzen eine private Krankenzusatzversicherung, wobei 9 Prozent der Polizzen erst vergangenes Jahr abgeschlossen wurden. Bei Frauen war der Anteil mit 11 Prozent höher als bei Männern (8 Prozent). Am besten zusatzversichert seien, den Ergebnissen zufolge, Höhergebildete und die Altersgruppe 30 bis 39, ab 40 nimmt der Anteil jedoch wieder ab.

Warum eine private Versicherung?

Zu den Hauptgründen für eine Zusatzversicherung zählen für die Befragten die freie Arztwahl (63 Prozent), kürzere Wartezeiten auf Termine (49 Prozent), dafür mehr Zeit für die Behandlung und ein sicheres Krankenhausbett im Ein- oder Zweibettzimmer (49 Prozent), sofern eines benötigt wird. 

Das meist genannte Gegenargument ist hingegen der Preis: 58 Prozent erklärten, die Privatkrankenversicherung sei ihnen zu teuer, 32 Prozent meinten, sie hätten keinen Bedarf. Bei 13 Prozent war das Gegenargument die Tatsache, dass sie aufgrund ihres Alters nicht mehr versicherbar seien. 12 Prozent begründeten den fehlenden Bedarf mit Vorerkrankungen, 13 Prozent mit fehlendem Wissen über die Leistungen. 

Online-Kostenvergleich

Doch nun kann man sich online bei einem Kostenvergleich helfen lassen:  mit dem neuen Krankenversicherungs-Rechner von "durchblicker". Dort lassen sich etwa 500 Tarifvarianten der sieben Vollanbieter in Österreich vergleichen und bei sechs Anbietern Verträge auch direkt abschließen. Wie Baudisch schilderte, seien hier die Sparpotenziale erheblich.

Als ein Beispiel verwies er auf Varianten mit Sonderklasse und Wahlarzt für eine Einzelperson in Wien (Mann, Angestellter, 30 Jahre alt): Während sich die Bandbreite der monatlichen Kosten zwischen 157 bis 168 Euro belaufen, ließen sich jährlich bis zu 128 Euro Ersparnis erzielen - bzw. inklusive Selbstbehalt bei einer Monats-Bandbreite von 99 bis 126 Euro, im Jahr bis zu 320 Euro ersparen. Dabei schlägt ohne Selbstbehalt die Komponente Sonderklasse mit 132 bis 155 monatlich zu Buche (bei 273 Euro Sparpotenzial im Jahr), ein Wahlarzt mit 56 bis 69 Euro im Monat (bei 164 Euro möglicher Jahreseinsparung); mit Selbstbehalt kommt hier die Sonderklasse auf 75 bis 98 Euro monatlich (234 Euro Sparpotenzial/Jahr), der Wahlarzt mit 30 bis 54 Euro im Monat (287 Euro Sparmöglichkeit/Jahr), so die "APA".

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