Extrem gestiegene Energiekosten lassen ganz Österreich vor dem Winter zittern. Viele Verbraucher sind deshalb von Gas und Strom auf Heizen mit Holz umgestiegen. Ein zusätzlich heißer Anreiz: Der Einbau solcher Heizungen wird staatlich gefördert. Nun müssen Hausbesitzer, die auf die angesagte Wärme-Alternative umgestiegen sind, jedoch ordentlich brennen. Durch Hamsterkäufe sind die Preise der Pellets enorm gestiegen – sie haben sich im Vergleich zu 2021 mehr als verdoppelt.
"Wir bekommen Anfragen aus allen Ländern Europas. Auch aus unserer Region will sich jeder privat noch zusätzlich Pellets holen. Das ist natürlich sehr unvernünftig, weil das leider die Preise nach oben treibt“, erklärt Salzburg-Pellets-Geschäftsführer Christian Pölzleitner im ORF. Trotz Bestellungen bis Mitte Oktober wärmt er aber die Herzen der Betroffenen: "Wir sind lieferfähig. Bei uns wird heuer niemand frieren müssen."
Alleine in Salzburg werden pro Jahr rund 70.000 Tonnen Pellets für Haushalte benötigt, produziert werden aber deutlich mehr – nämlich 120.000 Tonnen. Pro Monat werden 10.000 Tonnen gepresstes Holz hergestellt. Ein Engpass ist nun deutlich spürbar, weil "die Leute früher und auch mehr als sonst einkaufen. Die Versorgung ist deshalb gerade angespannt", sagt Gerhard Löffler vom Energiewirtschafts-Referat des Landes Salzburg. Er rechnet damit, dass sich die Nachfrage im nächsten Jahr jedoch beruhigen wird: "Ich hoffe doch, dass das Hamstern und die Panikkäufe im Herbst nachlassen und damit diese extremen Preisschwankungen, die wir derzeit haben, ein Ende finden."
Der Umstieg auf erneuerbare Energien sei immer noch um etwa ein Drittel günstiger, als Gas, Kohle oder Öl. Wer jetzt umrüstet, muss sich allerdings ein bisschen gedulden, rät der Experte. Durch die große Nachfrage kämen nämlich auch Installateure mit dem Einbau der Heizungen kaum nach. 2023 sollen in Österreich elf neue Pelletswerke entstehen, Holz gäbe es entgegen anders lautender Warnungen genug.