Der ständige Lärmpegel, verursacht durch eine Nachbarin im Erdgeschoß, zermürbt eine Familie in Wolfsberg (Kärnten). Die Eltern sowie die beiden Kinder (vier und sechs Jahre), die seit Jahren im ersten Stock eines Mehrparteienhauses einer kleinen Wohnsiedlung leben, werden durch den Lärm massiv gestört, berichtet die "Kleine Zeitung".
"Meine Mandanten vernehmen, egal, ob Tag oder Nacht, laufend Klopf- und Vibrationsgeräusche. Es kam sogar so weit, dass das Bett vibriert hat bzw. die Gläser in der Wohnzimmervitrine ins Wanken gekommen sind. Nicht nur, dass ein Durchschlafen de facto unmöglich ist, mittlerweile leidet die gesamte Familie unter den gesundheitlichen Folgen des chronischen Schlafmangels und der Dauerbeschallung", berichtet der Klagenfurter Rechtsanwalt Florian Mitterbacher der "Kleinen Zeitung". Als Beweis hat die Familie ein 20-seitiges Lärmprotokoll verfasst, in dem chronologisch aufgelistet ist, wann welches Geräusch zu hören war.
„"Meine Mandanten sind mit den Nerven am Ende" - Rechtsanwalt Florian Mitterbacher“
Vor allem die Kinder leiden unter den Folgen: Wie ein Gutachten bestätigt, sind diese nicht nur müde und unausgeschlafen, sondern haben zu bettnässen begonnen. "Meine Mandanten sind mit den Nerven am Ende. Bis dato sind etwaige Vermittlungsversuche kläglich gescheitert, auch eine Unterlassungsaufforderung wurde ignoriert", so Mitterbacher zur "Kleinen Zeitung". Die mutmaßliche Lärmerregerin weist bisher jede Schuld von sich.
Nun liegt die Causa beim Bezirksgericht Wolfsberg. Dieses gab ein weiteres Gutachten bei einem Sachverständigen für Lärm- und Schalltechnik in Auftrag. Dieser stellte fest, dass "ein provokantes und mutwilliges Verhalten ausgehend von der Wohnung der Nachbarin zu vernehmen ist." Zudem seien in der Nacht immer Geräusche von rund 50 Dezibel zu hören, ab 40 Dezibel sind Geräusche störend und gesundheitsschädigend, vor allem, wenn es über einen längeren Zeitraum andauert. Mitte März wird es vermutlich wieder laut – diesmal allerdings vor Gericht.