Alleinerzieherin Sonja C. (47) aus Wiener Neustadt hat viele Schicksalsschläge hinter sich, im Jahr 2009 dann die furchtbare Diagnose: Multiple Sklerose.
Dennoch arbeitete die zweifache Mutter bis zum Jahr 2017 als Verkäuferin in einer Bäckerei: "Ich biss mich durch, erzog meine zwei Burschen (19, 20) zur Selbstständigkeit". Doch dann nahmen Schmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen massiv zu. "Zeitweise war ich bettlägrig oder konnte nur mit dem Rollator raus", erzählt Sonja C., die auch schon mit dem Finanzamt unliebsame Erfahrungen gesammelt hat und stellte bei der PVA einen Pensionsantrag.
Vor rund 18 Monaten hatte sie eine ausführliche Untersuchung bei der PVA. "Ich suchte um eine Heimuntersuchung an, wurde aber nach St. Pölten zitiert. Ich sollte dort 20 Kniebeugen machen, was absurd war. Dann wurde ich gefragt, wie oft ich Sex habe und wie oft ich den Partner wechsle", so die 47-Jährige, die nach Jahren endlich wieder einen lieben Menschen gefunden hat.
Abschließend soll Sonja C. noch gefragt worden sein, wie oft sie verheiratet gewesen war: "Ich stellte klar, dass ich einmal verheiratet war, die Ärztin rannte mir dann bis aufs Klo nach und fragte, ob ich sicher sei und ob nicht doch zwei oder drei Mal verheiratet gewesen sei. Die Behandlung bei der Untersuchung war in Summe sehr demütigend. Man sitzt da in der Unterhose und wird übers Sexleben ausgefragt."
Schließlich wurde Sonja C. als voll berufsfähig eingestuft und sollte sich in der Folge für diverse Stellen bewerben. Sonja C. klagte schließlich die PVA - mehr dazu hier.
Jetzt einige Monate später zog die 47-Jährige ihre Klage zurück: "Ich habe dafür keine Kraft mehr. Weil ich werde dann erst wieder nur zum Orthopäden geschickt, müsste aber vor allem zum Neurologen und Psychologen."
Somit begab sich die zweifache Mutter wieder aufs AMS und tatsächlich: "Ich habe jetzt einen Teilzeitjob, 30 Stunden als Telefonistin bei der Volkshilfe, teils im Heim-Office, in Aussicht." Die Chancen stünden laut Sonja C. nicht schlecht, obwohl es mehrere Bewerber gäbe. "Ich hoffe, dass ich den Job bekomme."