Wehleidig? Ex-Coach Becker über Drama um Djokovic

Novak Djokovic
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Novak Djokovics Auftritte in Melbourne stellen die Konkurrenz vor ein Rätsel: Wie stark ist der Titelfavorit wirklich angeschlagen?

Blufft Novak Djokovic oder sind die Schmerzen wirklich so groß? Der eigenwillige und teilweise mysteriös agierende Tennis-Topstar gibt auf dem Weg zu seinem historischen 22. Grand-Slam-Titel bei den Australian Open einmal mehr Rätsel auf. Die gesamte Szene fragt sich, wie sehr die Oberschenkelverletzung den klaren Titelfavoriten wirklich beeinträchtigt.

Becker über Djokovic

"Sicherlich hat er was", sagte Djokovics Ex-Coach Boris Becker bei Eurosport voller Überzeugung, fügte aber auch an: "Manchmal hat man den Eindruck, er blufft, manchmal denkt man, er kann das Match nicht beenden. Es ist zwischen Himmel und Hölle  - und das ist auch schwierig für den Gegner, sich darauf einzustellen."

Der nächste Gegner in Melbourne heißt am Montag (9 Uhr/Eurosport) Alex de Minaur. Der Lokalheld kann sich vor dem Duell in der Rod Laver Arena ziemlich gewiss sein, dass Djokovics Probleme den Rhythmus der Partie beeinflussen werden. Immer wieder hatte sich der Ausnahmeathlet aus Belgrad während seiner bisherigen Matches behandeln lassen. Er rannte phasenweise wie ein junger Gott, sackte mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Hartplatz. Und war wenig später wieder voll da.

Alles nur Show?

"Die Pillen wirken zeitweise, Wärmecreme und so ein Zeug. Das funktioniert eine Zeit lang, dann nicht mehr, später wieder", erklärte Djokovic, der in Australien nach Grand-Slam-Titeln zu Rekordhalter Rafael Nadal aufschließen will. Es sei "wirklich eine Achterbahnfahrt". Für ihn und seine Gegner.

Die große Aufregung um die Gesundheit des "Djokers" erinnert stark an seinen neunten Turniererfolg in Melbourne vor zwei Jahren, als ihn eine Bauchmuskelverletzung plagte, aber nicht am Triumph hinderte. Jedes Match sei "eine Art Glücksspiel", hatte er damals gesagt, er habe gelernt, sich durchzukämpfen. Ähnlich äußert er sich auch jetzt in den Interviews.

"Man weiß nicht, wie viel Show dabei ist. Aber ich möchte ihm nichts unterstellen, denn ganz bestimmt hat er Schmerzen", sagte Kevin Krawietz, zweimaliger Grand-Slam-Sieger im Doppel, bei Eurosport. De Minaur kündigte an, nicht zu viel in Djokovics Verletzung hinein interpretieren und stattdessen mit der Unterstützung des Publikums angreifen zu wollen.

Auch der nächste Auftritt von Djokovic dürfte in vielerlei Hinsicht wieder hochinteressant werden.

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(SID)

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