Die Wahlbehörden werden am 20. Jänner bei weitem nicht so viele Stimmen entgegennehmen und auszählen müssen wie bei Nationalratswahlen. Denn die Meinungsforscher erwarten nicht viel mehr als ein Drittel Stimmbeteiligung bei der Volksbefragung über die Wehrpflicht.
Die Wahlbehörden werden am 20. Jänner bei weitem nicht so viele Stimmen entgegennehmen und auszählen müssen wie bei Nationalratswahlen. Denn die Meinungsforscher erwarten nicht viel mehr als ein Drittel Stimmbeteiligung bei der
An den bisher 18 Referenden auf Landesebene beteiligten sich im Durchschnitt 29 Prozent - mit einer großen Spannweite von 3,9 bis 61,4 Prozent. Deutlich stärker genutzt wurden die beiden österreichweiten Volksabstimmungen. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer geht davon aus, dass an der ersten bundesweiten Volksbefragung am 20. Jänner "ein Drittel plus" der Stimmberechtigten teilnehmen könnte - "was schon ein sehr guter Wert ist". Sollte es tatsächlich eine so hohe Beteiligung geben, läge das aber weniger an der Mobilisierung durch die Parteien, sondern schlicht daran, dass das Thema "doch sehr breitenwirksam" sei, wie er erklärte.
David Pfarrhofer vom market-Institut geht davon aus, dass eine Beteiligung von 40 Prozent die maximale Obergrenze sein wird - er rechnet aber mit weniger. "Es wird ein gemütlicher Sonntag werden für die Damen und Herren in den Wahllokalen", sagte er.
Ranking
Dies Annahmen bestätigt ein Blick auf die bisherigen Landes-Volksbefragungen. Auch dort war der Zulauf wesentlich geringer als bei Wahlen. Nur an zwei der 18 Referenden nahm mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten teil - an der niederösterreichischen Landeshauptstadt-Befragung 1986 und an der oberösterreichischen Befragung über ein Musiktheater in Linz 2000. Sehr groß war die Spannweite zwischen höchster und niedrigster Beteiligung - vom Rekordwert 61,4 Prozent zur NÖ-Landeshauptstadt bis zu nur 3,9 Prozent für die Salzburger "Rettet den Wald"-Befragung.
Diese hatte die Grüne Bürgerliste im Jahr 1988 initiiert, mit fünf Fragen u.a. über Tempolimits und Energiesparmaßnahmen. Auch kein großer Hit - mit nur 6,1 Prozent Stimmbeteiligung - war 1990 das Wiener Referendum über die Frage, ob bezirksweise Volksbefragungen zur Beibehaltung der Straßenbahnlinie 8 durchgeführt werden sollen. Alle anderen Referenden wurden von meist deutlich mehr als zehn Prozent der Stimmberechtigten genutzt.
Wiener Landesbefragungen: Die bisher letzte Landes-Volksbefragung - die Wiener über u.a. Hundeführschein, City-Maut und Nacht-U-Bahn im Jahr 2010 - interessierte 36 Prozent.
AKW Zwentendorf: 64,1 Prozent gingen 1978 zur Abstimmung über das (von der Mehrheit abgelehnte) AKW Zwentendorf.
EU-Beitritt: Und noch viel mehr, nämlich 82,4 Prozent, nutzen 1994 die Möglichkeit, über den (angenommenen) EU-Beitritt abzustimmen. Wobei sich freilich in beiden Fällen die Parteien sehr dafür engagierten, die Bürger zur Abstimmung zu bewegen.
EU: Zur EU-Abstimmung im Juni 1994 gingen sogar mehr Österreicher als zur Nationalratswahl kurz darauf im Oktober (80,2 Prozent).
Nationalratswahl 2008: Diese Latte läge mittlerweile schon niedriger, nämlich bei 78,8 Prozent (NR-Wahl 2008). Sehr schwach ist die Beteiligung an EU-Wahlen, die letzten drei brachten jeweils nur weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten an die Urnen.
Bundespräsidenten-Wahl: Nicht viel mehr als 50 Prozent - genau 53,6 - nutzten 2010 die Möglichkeit, den Bundespräsidenten zu küren.