Sonntag, 3. Dezember vor der Wiener Votivkirche: Zwischen bis zu sechs Meter hohen Weihnachtsbäumen steht der fünfjährige Henri. "Es ist das erste Mal, dass ich zum Christbaumkauf mit darf, deswegen ist das etwas ganz Besonderes", lacht er.
Henri dürfte damit auch einer der ersten Kunden des Jahres sein, denn erst seit 1. Dezember haben die ersten Christbaumstände in Wien geöffnet. "Unsere Bäume stammen aus dem Waldviertel, aus der Gegend um Maria Taferl", erzählt Verkäufer Markus Unterberger.
"Eigentlich bin ich ja selbstständiger Software-Entwickler, aber ich verkaufe Weihnachtsbäume seit 25 Jahren. Das ist quasi mein Ausgleich", erzählt der Vösendorfer. Am Stand der Familie Sommer vor der Votivkirche verkauft er seit 2001. "Mein Wunsch ist, dass niemand ohne Baum nach Hause geht".
Nur frische Bäume nadeln nicht
Dass die Bäume frisch seien, erkennt man ganz leicht, in dem man mit der Hand darüber fährt oder einmal fest mit dem Stamm auf dem Boden aufstampft. Wer der Baum dann nadelt, dann sind die Chancen schlecht, dass das "Nadelkleid" bis zu den Festtagen lückenlos erhalten bleibt.
Der stärkste Tag zum Christbaumkauf ist der 23. Dezember, manchmal auch noch am 24. Dezember am Vormittag, erzählt Unterberger. Vor allem jene, die keinen Balkon oder ähnliches haben, wo sie den Baum bis zum Heiligen Abend lagern können, warten mit dem Kauf ab. "Als erste kommen aber immer die Amerikaner", schmunzelt der passionierte Baumverkäufer.
Mit rund 6.000 Bäumen dürfte der Stand vor der Votivkirche einer der größten Wiens sein. "Wir sind auch Umschlagplatz für andere Christkindhändler", so Unterberger. Die Preise für die Bäume bewegen sich rund 15 Euro für kleine Friedhofsbäume und bis zu 500 Euro für sechs Meter hohe Prachtexemplare.
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