Wasser aus so genannten "heiligen" Quellen in Österreich ist fäkal und mit Nitraten verunreinigt und besitzt keine Trinkwasser-Qualität. Weihwässer in Kirchen und Spitals-Kapellen weisen extrem hohe bakterielle Belastungen auf. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie der MedUni Wien, die der Mikrobiologe Alexander Kirschner auf den Wiener Hygiene-Fortbildungstagen präsentiert.
Wasser aus so genannten "heiligen" Quellen in Österreich ist fäkal und mit Nitraten verunreinigt und besitzt keine Trinkwasser-Qualität. Weihwässer in Kirchen und Spitals-Kapellen weisen extrem hohe bakterielle Belastungen auf. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie der MedUni Wien, die der Mikrobiologe Alexander Kirschner auf den Wiener Hygiene-Fortbildungstagen präsentiert.
Die Forscher analysierten die Wasser-Qualität in insgesamt 21 "heiligen" Quellen - ähnlich jener der vielbesuchten in Lourdes - in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, sowie 18 Weihwasser-Becken in Kirchen und Spitals-Kapellen in Wien zu unterschiedlichen Jahreszeiten.
Warnschilder aufstellen
Das Resultat: Das untersuchte Weihwasser war durchwegs extrem bakteriell belastet. Kirschner: "In einem tausendstel Liter wurden bis zu 62 Millionen kultivierbare Bakterien gefunden." Auch Fäkalbakterien - etwa durch mangelnde Hygiene nach dem Toiletten-Besuch - wurden nachgewiesen. "Je frequentierter die Kirche, desto mehr Bakterien. Das könnte vor allem in Spitälern ein bis dato unbeachtetes Problem darstellen, da hier viele Personen mit geschwächtem Immunsystem sind", so der MedUni Wien-Experte.
Wasser im Steffl unbedenklich
Das Weihwasser im Wiener Stephansdom wird täglich erneuert. Darauf wies Dompfarrer Toni Faber in Reaktion auf die Untersuchung hin. "Ich halte das Gesundheitsrisiko für überschaubar. Freilich ist Weihwasser nicht zum Trinken da, wer damit aber Stirn und Brust benetzt, setzt sich kaum gesundheitlichen Risken aus. Auch ist das Weihwasser im Dom mit Salz versetzt und wird täglich erneuert", postete der Pfarrer auf Facebook.
Auch Wasser aus heiligen Quellen belastet
Nur 14 Prozent der Wasserproben aus heiligen Quellen wiesen keine fäkale Belastung auf, keine der untersuchten Quellen konnte als Trinkwasserquelle empfohlen werden. In diesen Quellen wurden neben Fäkalindikatoren wie E-coli-Bakterien und Enterokokken auch Campylobacter nachgewiesen, die entzündliche Durchfälle auslösen können. Viele der Quellen waren zudem vor allem durch Nitrate aus der Landwirtschaft belastet. "Wir müssen daher davor warnen, aus diesen Quellen zu trinken", so der Mikrobiologe der MedUni Wien. Ratsam wäre es, für die zuständigen Gemeinden und Pfarren, Warnschilder aufzustellen und auf die Historie der Heiligen Quellen hinzuweisen.