Esskultur mit Status

Weils ned Wuascht is! Würstelstand soll Welterbe werden

Stadtchef Ludwig (SP) und Wirtschaftskammer-Präsident Ruck unterstützen die Würstelstand-Initiative. Am Freitag wird der Antrag eingebracht.

Wien Heute
Weils ned Wuascht is! Würstelstand soll Welterbe werden
Patricia Patricia Pölzl (25) liebt die Wiener Würstelstand-Kultur und unterstützt die Weltkulturerbeinitiative
Denise Auer

Wien hat Kultur, sehr viel Kultur: So haben bereits die Wiener Kaffeehauskultur, die Wiener Heurigenkultur und der Wiener Walzer einen Status als immaterielles Kulturerbe. Das Wichtigste fehlt aber noch: der Wiener Würstelstand.

Eine Gruppe von Wiener Würstelstandlern rund um Josef Bitzinger (‚Bitzinger an der Oper‘), Patricia Pölzl (‚eh scho wuarscht‘) und René Kachlir (‚Zum scharfen René‘) bildete vor zwei Monaten einen Verein mit dem Ziel, die Aufnahme der Wiener Gastro-Institution in die Welterbe-Liste zu forcieren. Am Freitag, 14. Juni, wird der Antrag nun eingereicht.

Michael Ludwig findet Würstelstand mit Kulturerbestatus sinnvoll

Zwei wichtige Unterstützer fanden die Würstelstandler in Bürgermeister Michael Ludwig und dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck. Die beiden Unterstützer bissen am Mittwoch beim Würstelstand Bitzinger bei der Oper medienwirksam in die Käsekrainer und Frankfurter, um ihre Unterstützung zweifelsfrei klarzumachen.

"Die Wiener Würstelstände sind untrennbar mit dem Herzen unserer Stadt verbunden und sind mehr als nur Verkaufsstellen für köstliche Speisen", sagte Bürgermeister Ludwig. "Die Würstelstände gehören zur Identität und Geschichte der Stadt. Sie sind auch ein sozialer Knotenpunkt und stärken die Gemeinschaft und das Miteinander in Wien."

Würstelstand als Botschafter des Wiener Alltags

Viele Menschen nutzten die Standln für die schnelle Mahlzeit in der Mittagspause, sagte der Bürgermeister. "Unterstützen wir unsere Würstelstände, besuchen wir sie regelmäßig und zeigen wir, dass wir ihren Wert erkennen und schätzen. Sie sind nicht nur Teil unseres täglichen Lebens, sondern auch Botschafter unserer einzigartigen Wiener Kultur", so Ludwig.

"Würstelstände sind aus der Wiener Gastronomie nicht wegzudenken. Auch wenn die Vielfalt der Imbiss-Angebote in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben sie einen festen Platz bei den Wienerinnen und Wienern, aber auch bei unseren Gästen. Würstelstände gehören zu Wien wie die Heurigen und die Kaffeehäuser. Sie sind nicht nur Labstationen, sondern Orte der Zusammenkunft aller Gesellschaftsschichten, wo auch oft der Wiener Schmäh gepflegt wird", so Walter Ruck.

Würstelstand mit viel Geschichte

Die Würstelstände in Wien haben eine lange Geschichte, sie geht auf die ursprünglich fahrbaren Garküchen und Verkaufsstände aus der k.u.k-Zeit zurück und sollten Kriegsinvaliden ein Einkommen sichern. Den fixen Würstelstand gibt es erst seit 1969. In seiner langen Geschichte hat es der Wiener Würstelstand sowohl in die Literatur als auch in die Popkultur geschafft: Er kommt in der „"Tante Jolesch" von Friedrich Torberg ebenso vor wie in HC Artmanns "Im Schatten der Burenwurscht".

Elisabeth T. Spira schuf der Wiener Institution mit ihrer Folge der Alltagsgeschichten "Am Würstelstand" 1995 ein Fernseh-Denkmal. Die Bewerbung zur Aufnahme der "Wiener Würstelstandkultur" in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich samt Unterstützungserklärungen wird demnächst offiziell eingebracht.

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    Auf den Punkt gebracht

    • In Wien wird ein Antrag eingereicht, um den Wiener Würstelstand als immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen
    • Bürgermeister Ludwig und Wirtschaftskammer-Präsident Ruck unterstützen die Initiative und betonen die Bedeutung der Würstelstände für die Wiener Kultur und Gemeinschaft
    • Die Würstelstände haben eine lange Geschichte und sind ein wichtiger Bestandteil des Wiener Alltagslebens
    red
    Akt.