Österreichs Winzer jubeln: Der Wein wird fein

Des einen Leid, des anderen Freud': Heimische Winzer sind glücklich über die Hitze und rechnen mit sensationellen Weinen.

Während die meisten Landwirte Dürre und hohe Temperaturen beklagen, freuen sich die heimischen Winzer auf die Weinlese. Der heurige Jahrgang verspricht sowohl in Menge als auch Qualität ein äußerst guter zu werden: Der Wein wird fein.

Die Weinlese startet heuer schon Mitte August, das ist um vier Wochen früher als im Vorjahr. Die Qualität des Weines soll sehr gut sein, der Alkoholgehalt sei überdurchschnittlich hoch. Die Gesamtmenge des Weines soll bei rund drei Millionen Hektoliter liegen, und um zehn Prozent höher als im Vorjahr sein, meldete der ORF.

"Sensationell"

„Es gibt heuer in allen Gebieten eine relativ gute Entwicklung und vor allem fällt kein Gebiet ganz aus", so Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager. Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauverbandes Burgenland ortete sogar „sensationelle Voraussetzungen" für die heurige Weinlese. Die Niederschlagsverteilung sei nicht nur im Burgenland relativ gut ausgefallen. Die Haupternte in seiner Heimat Donnerskirchen werde ab dem 20. August starten.

Wie wird der burgenländische Wein? „Wir Burgenländer loben den Wein erst zum Martiniloben (rund um den 11. November herum)", sagte Liegenfeld, der auch auf eine weitere Weisheit verwies: „Der Jahrgang wird erst dann gelobt, wenn er im Keller ist."

Klimawandel

„Wir merken den Klimawandel schon generell. In den 1980er-Jahren wurde um den 1. Oktober geerntet, jetzt ist die erste Septemberwoche schon Normalität", so Liegenfeld. Auch die angebauten Sorten würden sich durch den Klimawandel ändern. Beispielsweise Müller Thurgau oder Frühroter Veltliner gehen als alteingesessene Sorten zurück. Im Kommen seien dafür spätreifere Sorten wie Welschriesling, Chardonnay, Weißburgunder oder beim Rotwein Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon, so Winzer Liegenfeld.

In kleinen Schritten ändere sich auch die Weinstilistik. Es gebe mehr Weißwein, der nun oft „massiv weniger Säure" enthalte. Probleme mit zu viel Säure seien praktisch Geschichte. Das bringe eine „hohe Bekömmlichkeit, hohe Fruchtigkeit und eine starken Weincharakter – schlicht eine gute Qualität", sagt Liegenfeld.

(red)

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