Proteste in mehreren Städten

Weiter keine Einigung – Foodora und Co. streiken erneut

In Wien, Linz und Salzburg kam es am Dienstag zu großangelegten Protestaktionen der Essenszusteller. Die Gewerkschaft fordert fairere Löhne. 

Newsdesk Heute
Weiter keine Einigung – Foodora und Co. streiken erneut
Bilder des Streiks der Essenszusteller in Wien am 7. März 2024.
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Am Dienstagmorgen kam es in mehreren Städten Österreichs erneut zu Protestaktionen von Fahrradboten und Essenszustellern. Betroffen waren neben Wien auch Linz und Salzburg. Nach einem Warnstreik in der vergangenen Woche soll nun der "Arbeitskampf" für faire Lohnerhöhungen fortgesetzt werden. Die Freien Dienstnehmer von "Foodora" zeigten sich mit einer Rad-Demonstration vom Klimaschutz zum Arbeitsministerium in Wien mit den KV-Verhandlern der Gewerkschaft "vida" solidarisch. 

Unter dem Motto "Mit jedem Pedaltritt treten wir für ein besseres Leben!" forderten sie gleichzeitig die Bundesregierung auf, für sie und ihre "Green Jobs" bessere gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen. In Linz und Salzburg fanden an diesem Tag auch Betriebsversammlungen und Protestkundgebungen in den Lieferando Hubs statt. In der Gabelsbergerstraße in Salzburg wurde auch ein Warnstreik abgehalten. Grund für die Protestmaßnahmen sind die schleppenden KV-Verhandlungen. "Die Arbeitgeber und die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verweigern den rund 2.000 Beschäftigten, für die der KV gilt, einer vollen Abgeltung der Inflation", heißt es in einer Aussendung der Gewerkschaft. 

Angebot liegt unter der rollierenden Inflation

Nach vier KV-Verhandlungsrunden lag das Angebot der Arbeitgeber noch immer bei 5,8 Prozent. Dieses Angebot deckt nicht die von der Gewerkschaft vida geforderte rollierende Inflation in Höhe von 8,7 Prozent ab. "Wir fordern den Sozialpartner auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wir sind jederzeit verhandlungsbereit", stellt Toni Pravdic, KV-Verhandlungsleiter der Gewerkschaft vida, fest und fügt hinzu: "Erfahrungsgemäß hebt eine Lohnerhöhung im KV auch die Einkommen der über 2.000 freien Dienstnehmer:innen an."

"Plattformunternehmen wie Foodora, die zu 95 Prozent auf freie Dienstnehmer:innen setzen, nutzen ihre dadurch niedrigeren Kosten, um den Markt insgesamt deutlich runter zu preisen. Dadurch entsteht Lohndumping, was auch bei den KV-Verhandlungen zu spüren ist. Die Gewerkschaft fordert daher die Bundesregierung auf, die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit freie Dienstnehmer:innen zukünftig bessere Arbeitsbedingungen (u.a. bessere Bezahlung, Entgeltfortzahlung bei Krankheit und Urlaub, keine unlimitierten Arbeitszeiten) vorfinden", bekräftigt Pravdic.

"Foodora" wünscht sich raschen Kompromiss

Wie "Foodora" gegenüber "Heute"  erklärt, habe man proaktiven Input zu den aktuellen Verhandlungen eingebracht. "Wesentlich ist in diesem Zusammenhang aber zu nennen, dass wir kein aktiver Teil des Verhandlungsteams sind", heißt es seitens des Unternehmens. 

Im Sinne aller Beteiligten wünsche man sich "einen raschen und für beide Seiten tragbaren Kompromiss." Im Falle einer Einigung würde man die Entscheidung "selbstverständlich mittragen".

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    Auf den Punkt gebracht

    • In mehreren österreichischen Städten streikten Essenszusteller für fairere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, wobei die Proteste von Fahrradboten und Essenslieferanten in Wien, Linz und Salzburg stattfanden
    • Die Gewerkschaft vida kritisierte die schleppenden KV-Verhandlungen und forderte die Arbeitgeber auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, da das bisherige Angebot die rollierende Inflation nicht abdecke
    red
    Akt.