Polizei-Turnsäle oder ehemalige Bordelle waren bis vor kurzem das letzte Rezept des Innenministeriums, um Flüchtlinge unterzubringen. Wien hat vor gut zwei Wochen Quartiere für rund 600 Flüchtlinge bereitgestellt. Eine Übergangslösung für vier Monate. Erste Flüchtlinge sind aber in den Hungerstreik getreten. Die säumigen Bundesländer haben dennoch Zeit für ihre Herbergssuche gewonnen.
Polizei-Turnsäle oder . Die säumigen Bundesländer haben dennoch Zeit für ihre Herbergssuche gewonnen.
Es gibt zwar jetzt die Übergangsquartiere in Wien, trotzdem sind noch immer 1.500 Asylwerber in Traiskirchen registriert. Entspannt hat sich die Lage nicht. Laut Karl Heinz Grundböck, dem Sprecher des Innenministeriums, betreue der Bund mehr als doppelt so viele Menschen als er müsste.
Durchschnittlich würden pro Woche 800 Neuanträge gestellt werden, dem stünden allerdings nur 300 Übernahmen in den Ländern gegenüber, sagte er am Samstag im "Ö1-Morgenjournal".
Nur NÖ und Wien erfüllen Quote
Nur Niederösterreich und Wien erfüllen weiterhin die Unterbringungsquote. Salzburg hat in dieser Woche 40 Flüchtlinge in einer früheren Landespflegeanstalt untergebracht. Das Land steht jetzt bei 90 Prozent und gehört nicht mehr zu den Schlusslichtern. Das sind Oberösterreich, Kärnten und Tirol. Sie erfüllen ihre Betreuungsquote jeweils nur zu rund 86 Prozent.
Die zuständige Tiroler Landesrätin der Grünen, Christine Baur, skizziert ambitionierte Pläne. Bis November würden zusätzliche 250 Plätze geschaffen, bis Ende des Jahres nochmal weitere 50 bis 100. Im nächsten Jahr sollen noch 400 weitere Flüchtlingsplätze folgen. Damit wäre Tirol über der Quote, sagte Baur.
Noch 2000 weitere Quartiere gesucht
Man kenne die Ankündigungen, und hoffe, dass sie eingehalten werden, heißt es aus dem Innenministerium. Bis Jahresende sollen die Länder ihre Quoten zu hundert Prozent erfüllen. Derzeit hieße das, insgesamt rund 2000 weitere Quartiere bereit zu stellen.
Doch diese Zahl wird höchstwahrscheinlich steigen, denn das Innenministerium schätzt, dass 2014 so viele Menschen einen Asylantrag in Österreich stellen wie zuletzt vor zehn Jahren. Nachdem derzeit aber 80 Prozent der Gemeinden keine Flüchtlinge untergebracht haben, sei das eine bewältigbare Aufgabe, so Grundböck.