Politik

Weiter Streit um Asylzelte: Flüchtlinge nun umgesiedelt

Der Streit um die Unterbringung von Flüchtlingen in der Tiroler Gemeinde Absam geht weiter. Asylwerber sollen jetzt nach Kufstein übersiedeln.

Heute Redaktion
In der Gemeinde Absam geht der Streit um die Unterbringung von Geflüchteten weiter.
In der Gemeinde Absam geht der Streit um die Unterbringung von Geflüchteten weiter.
ZEITUNGSFOT.AT / APA / picturedesk.com

In der Gemeinde Absam in Tirol geht der Streit um die Flüchtlingszelte weiter. Am Donnerstagabend sind weitere 30 Menschen von Oberösterreich nach Absam gebracht worden. Und das obwohl es in höheren Lagen schon zu schneien begonnen und in der Nacht in Strömen geregnet hat. Die Temperaturen lagen unter zehn Grad.

Turnsaal nicht geeignet

Das Innenministerium kommt zwar dem Bescheid der Baubehörde, also des Bürgermeisters nach und baut die Zelte fürs erste ab. Flüchtlinge werden aber trotzdem weiter nach Absam verlegt. Zuerst wollte man diese im Turnsaal des Gebäudes unterbringen, doch dieser wurde von einem Sachverständigen als nicht geeignet eingestuft.

Kritik von Van der Bellen

Die 30 Betroffenen werden jetzt nach Kufstein übersiedelt. Sie sollen laut Bürgermeister Martin Krumschnabel in einem Holzhaus untergebracht werden, das im Jahr 2015 zur Flüchtlingsunterbringung erreichtet worden war, berichtet "orf.at".

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Donnerstag die Unterbringung von Asylsuchenden in Zelten kritisch kommentiert: Menschen, die gezwungen sind, ihr Land aus unterschiedlichen Gründen zu verlassen, müssen in Österreich bis zur Klärung ihres Aufenthaltsstatus menschenwürdig untergebracht und vor allem auch angemessen betreut werden. Wir können das besser als dürftige Zelte aufzustellen", schrieb er auf Twitter.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wiederholte im APA-Gespräch, dass die Zelte verwendet werden, da seitens des Bundes keine Quartiere mehr zur Verfügung stünden und man vermeiden müsse, dass sich die Flüchtlinge eine selbstständige Bleibe suchen und dann etwa in der Nähe von Schulen und Kindergärten oder auf Dorfplätzen niederlassen.

1/5
Gehe zur Galerie
    Die Zelte am Gelände der Polizeischule Wiesenhof in Absam (Bezirk Innsbruck-Land) wurden vergangene Woche aufgestellt.
    Die Zelte am Gelände der Polizeischule Wiesenhof in Absam (Bezirk Innsbruck-Land) wurden vergangene Woche aufgestellt.
    ZEITUNGSFOT.AT / APA / picturedesk.com