Österreich

Weitere Festnahme nach Mahnmal-Schändungen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:34

Nach Beschädigungen von rund 60 "Stolpersteinen" in der Stadt Salzburg ist nun ein zweiter Tatverdächtiger aus dem rechtsextremen Milieu festgenommen worden. Er gab an, nach der Festnahme seines Komplizen dessen Werk fortgesetzt zu haben. Gegen fünf Personen wurden Anzeigen nach dem Verbotsgesetz und wegen schwerer Sachbeschädigung erstattet.

Nach Beschädigungen von rund 60 "Stolpersteinen" in der Stadt Salzburg ist nun ein zweiter Tatverdächtiger aus dem rechtsextremen Milieu festgenommen worden. Er gab an, nach der Festnahme seines Komplizen dessen Werk fortgesetzt zu haben. Gegen fünf Personen wurden Anzeigen nach dem Verbotsgesetz und wegen schwerer Sachbeschädigung erstattet.

Bereits seit August geht das Landesamt für Verfassungssschutz den Schandtaten mit rechtsextremen Hintergrund auf die Spur. Bereits am 23. Oktober war nach den Sachbeschädigungen von 31 Gedenksteinen, neun verklebten Türschlössern und 24 Schmierereien ein Verdächtiger ausgeforscht worden. Der 20-Jährige hatte gestanden, .

Nun hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen in der Causa ermittelt. Ein 21-jähriger Salzburger gestand bei seiner Einvernahme am 28. November, mit dem 20-Jährigen gemeinsame Sache gemacht zu haben. Von dessen Festnahme ließ er sich nicht abschrecken, sondern beging weitere Taten mit rechtsextremen Hintergrund, um "das Werk seines Freundes fortzusetzen". Der junge Mann wurde in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert.

Fünf Personen angezeigt

Die beiden Verdächtigen haben offenbar nicht alleine gehandelt. Derzeit wurden gegen insgesamt fünf Personen Anzeigen nach dem Verbotsgesetz und wegen schwerer Sachbeschädigung erstattet. Gegen weitere Beitrags- bzw. Mittäter werden noch Ermittlungen geführt. Eine Bekannte des Festgenommenen war in ihrer Einvernahme zur Mittäterschaft an einzelnen Sachbeschädigungen geständig, sie wird auf freiem Fuß angezeigt.

Die erst in der Vorwoche gegründete, überparteiliche "Plattform gegen Rechts" berichtete von zahlreichen weiteren Vandalismus-Fällen: Rechtsextreme Sprüche wie "Rechtsblau in jedem Gau", "NS statt US", "Nazional statt Asozial" hafteten auf Brücken, Parkkästen und Mauern. Türschlösser von Räumlichkeiten, etwa der ÖH, wurden verklebt, auch Gebäude der SPÖ, der JUSOS und der KPÖ waren Angriffspunkte. Die Gegensprechanlage der jüdischen Synagoge wurde am Morgen des Gedenktages an die Novemberpogrome zertrümmert.

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