Nachdem in den Niederlanden schon am Mittwoch die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine empfangen wurden, sind am Donnerstag weitere Särge eingetroffen. zwei Militärmaschinen landeten mit insgesamt 74 Särgen.
empfangen wurden, sind am Donnerstag weitere Särge eingetroffen. zwei Militärmaschinen landeten mit insgesamt 74 Särgen.
Nach der Landung der Maschine wurde im Land eine Schweigeminute abgehalten. 74 Leichenwagen sollten anschließend in einer langen Kolonne in das rund 100 Kilometer entfernt liegende Hilversum bei Amsterdam gefahren werden. Dort sollen die Leichen identifiziert werden. Der Mittwoch wurde von der Regierung zum Tag der nationalen Trauer erklärt, am Parlamentsgebäude in Den Haag sind die Flaggen auf Halbmast. Bei dem Absturz waren 193 Niederländer ums Leben gekommen.
zur Absturzursache von Flug MH17 der Malaysia Airlines. Die genauen Umstände sind auch gut eine Woche nach der Katastrophe noch unklar. Wie US-Geheimdienstler laut Medienberichten vom Dienstagabend sagten, schossen prorussische Separatisten die Malaysia-Airlines-Maschine mit einer Luft-Boden-Rakete ab.
Leichen-Zug nach Charkow
Ein war am Dienstag in der ostukrainischen Stadt Charkiw eingetroffen, die von der Regierung in Kiew kontrolliert wird. Nach einer ersten Untersuchung sollen die Opfer gruppenweise nach Eindhoven unweit der deutschen Grenze ausgeflogen und dann in einer Kaserne nahe Amsterdam identifiziert werden.
Unklarheit herrschte jedoch darüber, wie viele Leichen in den Waggons waren. Nach niederländischen Angaben könnten sich darin lediglich die Überreste von 200 Opfern befunden haben. Die Suche nach Opfern müsste dann an der Absturzstelle fortgesetzt werden, zitierte der britische Sender BBC den Forensiker Jan Tuinder. Zunächst hatte es geheißen, die sterblichen Überreste von etwa 250 Menschen und weitere Leichenteile seien in den Waggons.
König und Königin trauerten
Die 40 Särge wurden von König Willem-Alexander, Königin Maxima und Ministerpräsident Mark Rutte und Angehörigen der Opfer empfangen. In einer Kaserne in Hilversum bei Amsterdam beginnt die mühevolle Identifizierung der Toten, an der täglich 75 Gerichtsmediziner arbeiten werden. Im umkämpften Osten der Ukraine schossen prorussische Separatisten am Mittwoch zwei Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe ab.
Die Niederlande empfingen die Toten in tiefer Trauer. Flaggen wehten auf halbmast. Die Regierung hatte erstmals in 50 Jahren einen nationalen Trauertag ausgerufen. Als die Militärtransporter aus den Niederlanden und Australien aufsetzten, blies ein Trompeter einen letzten Gruß. Autos und Bahnen standen still, das Land legte eine Schweigeminute ein.
Zwei Kampfjets abgeschossen
In der Ostukraine dauerten unterdessen die Kämpfe an. Bei Sneschnoje kurz vor der russischen Grenze wurden zwei ukrainische Kampfjets vom Typ Suchoi SU-25 abgeschossen. Die Ukraine warf Russland vor, dass die Raketen von dort abgefeuert worden seien. Nach Rebellenangaben wurde ein Pilot tot gefunden. Bereits am Vortag habe die "Volkswehr" bei Lugansk zwei Suchoi abgeschossen, erklärte ein Sprecher. Die Aufständischen haben in den vergangenen Wochen mehrere Militärflieger getroffen, auch Kampfjets. Die Ukraine und die westlichen Länder verdächtigen die Separatisten, auch die Boeing mit einer Boden-Luft-Rakete getroffen zu haben.
Die Ermittlungen nach dieser Katastrophe, die offiziell vom nationalen Sicherheitsrat der Niederlande geleitet werden, gingen an mehreren Orten weiter. Die Flugschreiber der Boeing wurden nach Farnborough in Südengland gebracht. Die Daten des Cockpit-Stimmenrekorders der sind nach Angaben der niederländischen Ermittler unversehrt. Das Gerät sei zwar beschädigt, es weise aber keine Zeichen von Manipulation auf, erklärte das Niederländische Untersuchungsbüro für Sicherheit (OVV) am Mittwoch.
"Wir hatten BUK-Raketen"
Ein einflussreicher Rebellenkommandant in der Ostukraine hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Interview eingeräumt, dass die Separatisten über BUK-Luftabwehrraketen verfügt haben. Mit solchen Raketen wurde nach US-Informationen vermutlich von Separatisten die malaysische Passagiermaschine mit 298 Menschen ab Bord vor einer Woche abgeschossen.
Alexander Chodakowski, der Kommandant des Wostok-Bataillons, sagte, das BUK-System stamme möglicherweise aus Russland. Es könne sein, dass es dorthin zurückgebracht worden sei, um zu verschleiern, dass die prorussischen Rebellen über es verfügt hätten. Chodakowski ist ein früherer Chef der Anti-Terror-Einheit "Alpha" des Sicherheitsdienstes in Donezk.