In der bekannten Bucht Lone bei Rovinj in Kroatien ist eine Ankertau-Kontaktmine aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Taucher, die gerade Verankerungen für Schiffe anbringen wollten, stießen auf das gefährliche Relikt. Die Mine, eine in Deutschland hergestellte EMC-Mine, bringt insgesamt 580 Kilogramm auf die Waage, davon 300 Kilogramm reiner Sprengstoff. Wie kleinezeitung.at berichtet, war der Zustand der Mine so kritisch und ihre Lage so ungünstig, dass eine Entschärfung direkt vor Ort ausgeschlossen werden musste.
Es blieb nur die Bergung. "Es war eine anspruchsvolle Operation. Wir mussten in allen Phasen sicherstellen, dass keine Gefahr für Beteiligte und Bevölkerung besteht", schilderte Zdravko Delač, der Kommandant der regionalen Kampfmittelbeseitigungseinheit von Rijeka.
Die Aktion wurde gemeinsam mit Sprengstoffbeseitigungstauchern der Polizeikommandos aus Pula und Karlovac sowie mit der Feuerwehr durchgeführt.
Am Sonntag in der Früh hob man die Mine mit einem Ballon aus etwa 18 Metern Tiefe an die Oberfläche. Anschließend wurde sie, eskortiert von der Wasserschutzpolizei, zum Delfin-Pier neben dem Grand Hotel Rovinj gebracht.
Von dort ging es mit einem Transporter weiter in den rund neun Kilometer entfernten Steinbruch Kanfanar. "Dort wurde sie durch Verbrennen der primären Sprengladung und durch kontrollierte Detonation der sekundären Sprengladungen zerstört", so Delač.
Die Behörden in Istrien warnen in diesem Zusammenhang: In Kroatien gibt es auch heute noch eine unbekannte Anzahl an Sprengkörpern aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Jugoslawienkrieg.
Diese stellen nach wie vor eine große Gefahr dar. Solltest du glauben, so einen Sprengkörper gefunden zu haben, bring dich sofort in Sicherheit und verständige umgehend die Polizei. Falls du als Taucher oder auf einem Schiff eine Mine am Meeresgrund siehst, raten die Beamten, die GPS-Daten des Fundortes zu notieren.