Tierquälerei! Olympia-Trainerin schlug Pferd mit Faust

Annika Schleu mit dem zugelosten Pferd Saint Boy.
Annika Schleu mit dem zugelosten Pferd Saint Boy.imago images
Die deutsche Olympia-Athletin Annika Schleu und ihre Trainerin Kim Raisner sorgten für einen Eklat. Jetzt greift der Weltverband durch.

Tierquälerei in Tokio! Die Bilder aus dem Modernen Fünfkampf gingen am Freitag um die Welt. Deutschlands Starterin Annika Schleu schlug immer wieder hart mit der Gerte auf ihr zugelostes Pferd Saint Boy ein. Weil das Tier nicht auf sie hören wollte, fing sie aus Verzweiflung schon an zu weinen, setzte wiederholt Gerte und Sporen ein.

Dann schaltete sich ihre Trainerin Kim Raisner ein. Klar und deutlich war für Millionen TV-Zuseher zu hören: "Hau mal richtig drauf! Hau drauf!" Was Schleu auch tat.

Der Hintergrund: Schleu kämpfte um Gold. Weil das Pferd im Parcours mehrfach verweigerte, fiel sie auf Rang 31 zurück.

Shitstorm und Konsequenzen

Der Aufschrei ist groß. In den sozialen Medien wird das Duo der Tierquälerei bezichtigt. Der Moderne Fünfkampf hat für einen handfesten Olympia-Eklat gesorgt. Darum wurden nun vom IOC und dem Weltverband erste, harte Konsequenzen gezogen.

Raisner wurde von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Das gab der Weltverband am Samstag offiziell bekannt. Die Begründung: Sie schlug das Pferd mit der Faust. Auch diese Szene wurde von den Kameras übrigens unmissverständlich festgehalten.

Der deutsche Verband hatte im Vorfeld der Entscheidung bereits mitgeteilt, Raisner vor dem Männerbewerb am Sonntag abgezogen zu haben. Sie werde keine offizielle Funktion wahrnehmen. 

Nach dem Vorfall ist eine Debatte um das Regelwerk im Modernen Fünfkampf entbrannt. Viele fordern eine rasche Änderung. Die Athleten bekommen ihr jeweiliges Pferd zugelost, haben nur rund 20 Minuten Zeit sich auf das Tier einzustellen und umgekehrt.

Der Bewerb besteht aus folgenden Disziplinen: Pistolenschießen, Degenfechten, Schwimmen, Sprintreiten, Querfeldeinlauf. Die Britin Kate French holte in Tokio Gold vor Laura Asadauskaitė (Litauen) und Sarolta Kovács (Ungarn).

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