Österreich

Weltweit erstes Plus-Energie-Bürohochhaus in Wien

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:50

Die Technische Universität (TU) Wien hat am Donnerstag mit dem neuen Plus-Energie-Hochhaus am Getreidemarkt (Wien-Mariahilf) das nach eigenen Angaben weltweit erste Bürogebäude eröffnet, das mehr Energie ins Netz liefern soll als es für Nutzung und Betrieb braucht. Für die nächsten drei Jahre wird der Bau zum Forschungslabor - dabei werden prognostizierte und reale Verbrauchsdaten verglichen.

Die Technische Universität (TU) Wien hat am Donnerstag mit dem neuen Plus-Energie-Hochhaus am Getreidemarkt (Wien-Mariahilf) das nach eigenen Angaben weltweit erste Bürogebäude eröffnet, das mehr Energie ins Netz liefern soll, als es für Nutzung und Betrieb braucht. Für die nächsten drei Jahre wird der Bau zum Forschungslabor - dabei werden prognostizierte und reale Verbrauchsdaten verglichen.

Von der Grundsubstanz des ehemaligen Chemie-Laborgebäudes, in dem nun die Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften untergebracht ist, ist nach der zwei Jahre dauernden Generalsanierung praktisch nur mehr das Skelett geblieben: Das Hochhaus wurde fast vollständig entkernt, in eine wärme- und sonnenschutztechnisch optimierte Fassadenkonstruktion mit integrierter Photovoltaik gehüllt und mit einem hoch technisierten und bis ins kleinste Detail auf Energieeffizienz maßgeschneiderten Innenleben ausgestattet.

"Es ist tatsächlich das einzige Bürogebäude weltweit, das einen so niedrigen Gesamtenergieverbrauch hat, dass er über die normale Nutzung übers Jahr gedeckt werden kann", erklärte der wissenschaftliche Projektleiter Thomas Bednar, Forschungsbereichsleiter für Bauphysik und Schallschutz an der TU. Ein normales Bürogebäude hätte demnach mit dieser Geometrie einen Energieverbrauch von rund 460 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m2) Primärenergie. Das Plus-Energie-Hochhaus soll hingegen nur 56 kWh/m2 verbrauchen und gleichzeitig über das Jahr gerechnet 61 kWh/m2 an Energie erzeugen.

Der Großteil der Primärenergie wird durch die mit knapp 2.200 Quadratmetern "größte fassadenintegrierte Photovoltaik-Anlage Österreichs", aber auch von der Serverabwärmenutzung und der Energierückgewinnung aus der Aufzugsanlage abgedeckt.

 
Die Gesamtkosten für die Sanierung betrugen exklusive Fördermittel ca. 19,4 Mio. Euro, die sich gerechnet auf den geplanten Lebenszyklus von 50 Jahren amortisieren sollen. Das Projekt ist Teil des Programms "TU Univercity 2015", das eine "Standortverdichtung" der TU vorsieht. Finanziert wurde das neue Hochhaus von TU Wien, Wissenschaftsministerium und Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

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