Wirtschaft

Wem die Österreicher am meisten vertrauen

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:37

Das größte Vertrauen genießen in Österreich nach wie vor die Institution der Ehe und erstmals die Umweltschutzorganisationen. Das Vertrauen an Euro und EU sind gesunken. Gegenüber Regierung und Werbung sind die Österreicher am skeptischsten.

In Österreich sackte der Vertrauenswert des Euros gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozentpunkte ab, im europäischen Durchschnitt um 12 Prozentpunkte. Der Vertrauenswert der EU verlor in Österreich 12 Prozentpunkte, im europäischen Durchschnitt 7 Prozentpunkte. In keinem anderen der 15 untersuchten Länder gingen die Vertrauenswerte von EU und Euro so stark zurück wie in Österreich. Dennoch vertrauen 48 Prozent der Österreicher - und damit 10 Prozentpunkte mehr als die Menschen in ganz Europa - an die künftige Stabilität der EU.

Medien weit vor Politik

Das größte Vertrauen genießen in Österreich nach wie vor die Institution der Ehe und erstmals die Umweltschutzorganisationen, gefolgt von Rechtssystem, Radio, Fernsehen und Presse. Entgegen des allgemeinen Trends konnten die Umweltschutzorganisationen ihren Vertrauenswert gegenüber dem Vorjahr leicht steigern, und zwar um zwei Prozentpunkte.

Am wenigsten Vertrauen bringen die Österreicher ihrer Regierung und der Werbeindustrie entgegen.

Kirche verliert massiv an Vertrauen

Neben EU und Euro leidet auch die Kirche unter einem anhaltenden Vertrauensverlust. Nur 28 Prozent der Befragten in Österreich sprachen der Kirche ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen aus. 2011 waren es noch 36 Prozent, im Jahr 2003 sogar 40 Prozent. Ganz offensichtlich spiegelt sich hierin die Reaktion der Menschen auf die zahlreichen Fälle von Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen, die in den vergangenen Jahren bekannt wurden. Auf Europa-Ebene konnte die Kirche den Vertrauensrückgang bereits stoppen: Der europaweite Vertrauenswert von 37 Prozent liegt weitgehend auf Vorjahresniveau (38 Prozent).

Zweifel an Stabilität der EU

62 Prozent der Menschen in Europa zweifeln daran, dass die EU in den kommenden Jahren stabil bleibt. Dies geht aus Europas größter Verbraucherstudie hervor, die das Magazin Reader's Digest in 15 Ländern durchgeführt hat. Seit der erstmaligen Erhebung vor zwölf Jahren hat die alljährlich durchgeführte Studie "Reader's Digest European Trusted Brands" noch nie einen so großen Vertrauensverlust von EU und Euro verzeichnet.

Eine klare Absage erteilte die Mehrheit der Befragten der Idee, die EU in "Vereinigte Staaten von Europa" umzubenennen. 61 Prozent der Befragten in Österreich lehnten diesen Vorschlag ab, was weitgehend dem europäischen Durchschnitt von 59 Prozent entspricht.

Top-Marken im Vertrauensindex

A1, Aida, Aspirin, Blend-A-Med, C&A, Canon, Coca-Cola, Eduscho, Frosch, Geox/Gabor, Henkell, HP, Iglo, Jet, Kellogg?s, Miele, Milka, Nivea, Nokia, Nöm, Persil, Raiffeisenbank, Spar, Spitz, Supradyn, TUI, Uniqa, Visa, Volkswagen, Yves Rocher.

Mit der Studie "Reader's Digest European Trusted Brands 2012" hat das Magazin Reader's Digest zum zwölften Mal die vertrauenswürdigsten Institutionen, Berufe und Marken in 15 Ländern Europas ermittelt. Die meistgelesene Zeitschrift der Welt befragte dazu ihre Leserinnen und Leser von September bis Oktober vergangenen Jahres.

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