Am Sonntag wählt Wien. In "Heute" reden alle Spitzenkandidaten der größten Parteien Klartext. Heute: Bürgermeister Michael Häupl über sein Wahlziel, seine Frau und Andreas Gabalier.
. In "Heute" reden alle Spitzenkandidaten der größten Parteien Klartext. Heute: Bürgermeister Michael Häupl über sein Wahlziel, seine Frau und Andreas Gabalier.
"Heute": Am Sonntag ist Zeugnisverteilung. Was schaut raus?
Michael Häupl: Weder ein guter noch ein schlechter Schüler weiß im Vorhinein, wie sein Zeugnis aussehen wird. Aber es wird weder himmelhoch jauchzend noch zu Tode betrübt. Jedes Ergebnis ist zu akzeptieren.
"Heute": Auf der Häupl-Skala zwischen Enttäuschung und Jubel: Wo stehen Ihre Messlatten?
Michael Häupl: Alles unter 35 Prozent wäre eine Enttäuschung, alles wo ein Vierer davor steht, wäre zum Jubeln.
"Heute": Würden Sie wie Vassilakou eine Wette abschließen, dass Sie Bürgermeister bleiben?
Michael Häupl: Nein, solche Wetten sind kindisch.
"Heute": Und wie wär’s mit einer Wahrsagerin?
Michael Häupl (lacht): Keine gute Idee! Mit denen hat man in der Vergangenheit in der Politik schon schlechte Erfahrung gemacht.
"Heute": Wen wählt denn Ihre Frau?
Michael Häupl: Was?
"Heute": Wen Ihre Frau wählt.
Michael Häupl: Ich denke mich.
"Heute": Aber Sie wissen es nicht?
Michael Häupl: Hallo, es gibt ja ein Wahlgeheimnis.
"Heute": Was würden Sie die nächsten 5 Jahre anders machen?
Michael Häupl: Wien wächst, weil es attraktiv ist. Damit müssen wir fertig werden, wenn man dieses Gesamtkunstwerk Wien auch bei zwei Millionen Einwohnern bewahren will. Dazu bedarf es gewaltiger Anstrengungen, neuer Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen. Unendlich wichtig ist der Bildungsbereich. Und wir müssen noch mehr darüber reden, was es an sozialer Absicherung gibt. Dass Leute, die von der Mindestsicherung leben, FPÖ wählen, ist auf Defizite in der Kommunikation zurückzuführen. Denn die FPÖ hat gegen alle Maßnahmen in der Armutsbekämpfung gestimmt.
"Heute": Das hört man von Politikern immer wieder.
Michael Häupl: Ja, aber wir werden sicher auch Änderungen in der Parteistruktur vornehmen. Facebook oder Twitter für diese Menschen zu verwenden, ist absurd, da erreichen wir die, die wir erreichen wollen, gar nicht. Hier wird viel mehr direktes Gespräch notwendig sein.
"Heute": Sie wollen Flüchtlingen, die vor dem IS fliehen, ohne Wenn und Aber helfen. In der TV-Diskussion haben Sie aber auch gesagt ,Wenn die sich nicht benehmen, schmeißen wir sie wieder raus‘. Das habe ich in dieser Deutlichkeit von Ihnen noch nie gehört.
Michael Häupl: Bei strafrechtlichen Verfehlungen, ja. Ich habe das aber immer kommuniziert. Menschenrechtskonvention und andere Werte stehen nicht zur Diskussion. Kein Vater darf seiner Tochter die Schule verweigern. Die Zwangsehe ist ein No-Go. Wer unsere Gesetze verletzt, hat Konsequenzen zu tragen.
"Heute": Vizebürgermeisterin Vassilakou wirft sich Ihnen beinahe täglich an den Hals – stört Sie das Liebeswerben?
Michael Häupl: Ich habe zu hohen Respekt vor der Entscheidung des Wählers, dass ich vorher über Koalitionen rede. Wir treten ja nicht als Trachtenpärchen an.
"Heute": Darf Gabalier nach seiner Strache-Verteidigung auf dem Donauinselfest auftreten?
Michael Häupl: Wenn ich alles, was in einem Wahlkampf an Seltsamem gesprochen wird, um es freundlich zu sagen, persönlich nehmen würde, wäre ich danach ein bisserl einsam.
"Heute": Wie verbringen Sie den Wahltag?
Michael Häupl: Am Vormittag gehe ich wählen, danach bin ich bei den Freunden in der Parteizentrale. Um 18 Uhr wird es die erste halbwegs brauchbare Hochrechnung geben. Schau ma.
Steckbrief
Name: Michael Häupl (66)
Familie: verheiratet, 2 Kinder
Beruf: Biologe
Wohnbezirk: Wien-Ottakring
Sternzeichen: Jungfrau
An Wien mag ich …: die Wienerinnen und Wiener
An Wien mag ich nicht …: Dummschwätzer und Hetzer
Ich bin: Bürgermeister
Ich will sein: Bürgermeister