Wen will ich? Sebastian Kurz auf Partnersuche

Für die ÖVP hat nach dem Wahlsieg die Partnersuche begonnen. Parteichef Kurz spricht im prunkvollen Winterpalais mit den Chefs aller Parteien, die es ins Parlament geschafft haben.
Es ist ein bisschen wie Speed Dating: Am Dienstag und Mittwoch lädt ÖVP-Chef Sebastian Kurz jeden Tag zwei Parteichefs ein, um erste Sondierungsgespräche zu führen. Den Anfang macht Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) am Dienstag um 11 Uhr, für 15 Uhr ist Norbert Hofer (FPÖ) eingeladen. Am morgigen Mittwoch kommen um 11 Uhr Beate Meinl-Reisinger (Neos) und Werner Kogler (Grüne) um 17.30 Uhr.

"Wir loten alle Möglichkeiten aus"

Kennenlernen muss man sich freilich nicht mehr, vielmehr soll ausgelotet werden, ob es sich überhaupt auszahlt, in ernsthafte Koalitionsverhandlungen einzutreten.

"Als zweitstärkste Partei sind wir der erste Ansprechpartner", sagte Pamela Rendi-Wagner beim Eintreffen im Winterpalais. Inhaltlich werde sie die gleichen Positionen vertreten wie vor der Wahl.

CommentCreated with Sketch.6 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Wir loten mit allen die Möglichkeiten zu einer Zusammenarbeit aus", kündigte ÖVP-Chef Kurz vor dem Gespräch mit Rendi-Wagner an. Es gehe darum, "das Land in eine gute Zukunft zu führen."

Winterpalais in der Himmelpfortgasse

Imperiale Location für die Gespräche sind Räumlichkeiten des Finanzministeriums im Winterpalais des Prinz Eugen von Savoyen in der Wiener Himmelpfortgasse. Das hochbarocke Palais diente dem bedeutenden Feldherrn im 18. Jahrhundert als Winterwohnort, in den zahlreichen Prunksälen wurden schon damals hochkarätige Gäste empfangen.

Seit 1848 ist das Winterpalais fast durchgehend Sitz österreichischer Finanzbehörden. Damals wurde dort das kaiserlich-königlichen Ministerium für Finanzen angesiedelt, seit 1920 trägt das Ministerium die Bezeichnung Bundesministerium für Finanzen.



Versteinerte Positionen?

Lustiges Detail: Sebastian Kurz und seine Gesprächspartner betreten das Palais über das prunkvolle Stiegenhaus und schreiten da an Skulpturen vorbei, die etwas mit ÖVP-Chef gemeinsam haben.

Sie wurden nämlich aus sogenanntem Zogelsdorfer Stein gefertigt. Der Kalksandstein wurde zur Kaiserzeit nahe jenen Ortes abgebaut, in dem gut 300 Jahre später ein Kind namens Sebastian Kurz viel Zeit auf Omas Bauernhof verbrachte. Da enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon wieder: Denn was die künftige Koalition angeht, wird dieser Tage wohl noch nichts in Stein gemeißelt werden.

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