Hand aufs Herz: Angenommen, Sie wären Unternehmer würden Sie in einem Medium werben, das bloß 0,6 bis 5,3 Prozent der Österreicher mehr oder weniger oft lesen? Nein? Macht nichts, denn solche Zeitungen werden mit vielen Millionen Euro an Steuergeld bedacht, ohne dass sie dafür Gegenleistungen etwa in Form von Inseraten erbringen müssen.
In Summe flossen 2010 elf Millionen Euro. Heuer sind es 10,4 Millionen. Hauptnutznießer war 2010 „Die Presse“ (Tagesschnitt im Direktverkauf, Montag–Samstag,1. Halbjahr 2011: 63.344 Stück).
Die Kollegen erhielten 1,48 Millionen. Gleich dahinter folgt „Der Standard“ (64.069 Exemplare) mit 1,43 Millionen. Darin enthalten sind die „Vertriebsförderung“ (187.961,50 ), die „Besondere Förderung zur Erhaltung der regionalen Vielfalt“ (1.162.710 ), der „Zuschuss zu den Kosten der Ausbildung von Nachwuchsjournalisten“ (20.000 ), der „Zuschuss zu Kosten angestellter Auslandskorrespondenten“ (34.673,80 ) und die „Leseförderung“ (22.458,60 ).
1,2 Millionen Euro erhielt zudem die „Neue Kärntner Tageszeitung“ (Druckauflage 16.000 Stück), gefolgt von der „Salzburger Volkszeitung“ (16.600 verkaufte Exemplare) mit 1,097 Millionen - 24.000 Euro für Auslandskorrespondenten inklusive!
Platz 5 im Förder-Ranking belegt die Zeitung „Neues Volksblatt“ (Auflage: geschätzte 25.000 Stück) mit 1,091 Millionen. Skurril: Die „Neue Vorarlberger Tageszeitung“, die im 1.Halbjahr im Direktverkauf im Schnitt 5377 Stück am Tag absetzte, lukrierte 966.537,90 Euro! Für die an der gleichen Adresse firmierenden „Vorarlberger Nachrichten“ gab’s 197.669,70 Euro.