Wirtschaft

Weniger Privatpleiten, nicht unbedingt ein gutes Zei...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:37

Im 1. Halbjahr 2016 gab es in Österreich weniger Privatpleiten als noch im Vorjahr. Das ist aber nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wie der Kreditschutzverband 1870 erklärt. Viele können sich nicht einmal die Privatinsolvenz leisten.

Ein Privatkonkurs ist für viele das einzige Mittel, um seine Schulden loszuwerden. Den Gläubigern muss dabei eine Quote angeboten werden, der Schuldner zahlt beispielsweise 10 Prozent seiner Schulden in sieben Jahren zurück und ist danach wieder "frei".

Doch viele können sich selbst das nicht leisten und bleiben auf ihren Schulden sitzen. Vor diesem Hintergrund ist der aktuelle Rückgang der Privatkonkurse nicht unbedingt positiv zu beurteilen. Mit 4.233 Betroffenen sind die Privatinsolvenzen in Österreich um 4,3 Prozent zurückgegangen. Auch die Schließung von vielen dringend benötigten Schuldenberatungsstellen (vor allem in Kärnten) trägt zum Problem bei.

Durchschnittliche haben Privatpersonen, dien in Konkurs gehen, 59.000 Euro Schulden angehäuft. Personen, die vorher mit einer Selbstständigkeit gescheitert sind, haben im Schnitt 270.000 Euro Schulden. Das Gesamtvolumen wird vom KSV auf 523 Millionen Euro geschätzt.

Wien steht besser da

In Wien ist die Anzahl der Privatpleiten um zwölf Prozent zurückgegangen, in Oberösterreich und der Steiermark dagegen um zwölf Prozent gestiegen. Den größten Rückgang gibt es in Kärnten zu verzeichnen (15,6 Prozent), was aber auf die Schließung vieler Beratungsstellen zurückzuführen ist.

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