Wenn "Diablo" auf "Darksiders" trifft

Auf den ersten Blick könnte man das neueste Game der Darksiders-Reihe für einen schnöden Diablo-Klon halten. Tatsächlich behält das Franchise auch hier seine Eigenheiten.
Klone von Blizzards legendärer Diablo-Reihe gibt es immer wieder, zuletzt etwa Wolcen. Ein paar mächtige Helden, Horden an Gegnern, isometrische Kameraperspektive. Scheinbar fällt auch Darksiders Genesis in diese Schiene – allerdings nur auf den ersten Blick.

Der vierte Reiter

In den ersten drei Games der Darksiders-Hauptreihe wurde jeweils ein neuer apokalyptischer Reiter vorgestellt – Krieg, Tod und schließlich Fury. Der verbleibende Bruder, Strife, tritt nun ins Rampenlicht – im Tandem mit Krieg in einer Handlung, die vor dem ersten Spiel des Franchise angesiedelt ist.

Der Dämonenkönig Luzifer trachtet danach, das ohnehin bereits fragile Gleichgewicht zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle zu zerstören. Krieg und Strife müssen das im Auftrag des Rates verhindern – natürlich mit jeder Menge Feuerkraft und erbarmungslosen Schwerthieben. Tod und Fury setzen diesmal aus.

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Koop-Spaß

Warum diese Begrenzung auf nur zwei spielbare Charaktere? Darksiders Genesis ist als Koop-Game für zwei Spieler ausgelegt. Das funktioniert sowohl online als auch im lokalen Splitscreen. Und die Kombination funktioniert wunderbar: Ein Spieler übernimmt den brachialen Nahkämpfer Krieg, der andere Strife. Der Neuzugang konzentriert sich auf den Fernkampf und heizt den Gegnern mit Pistolen ein. Er kann zwar auch im Nahkampf zuschlagen, ist dort aber wesentlich weniger effektiv.

Wie aus den Diablo-Games und ihren Nachahmern bekannt, wird Darksiders Genesis aus einer isometrischen Ansicht gespielt. Die Legionen an Gegnern werden allerdings nicht nur mit normalen und Spezialattacken erledigt. War und Strife beherrschen auch Kombos – typisch Darksiders eben. Die DNA der Serie zieht sich weiter in die liebevolle Gestaltung der Umgebungen. Sie kommen deutlich vertikaler daher als in Diablo.

Die Reiter springen

Zudem können War und Strife auch springen, was kleine Plattforming-Herausforderungen ermöglicht. Hingegen ist man in Diablo trotz Ausweichrolle in den Konsolenfassungen stets an den Boden gefesselt. Auch die Darksiders-typischen Umgebungsrätsel mit Schaltern und verschlossenen Gittern sind mit dabei. So bewahrt das Game jederzeit seine Identität, statt zu einem Diablo-Klon mit Darksiders-Lizenz zu werden.

Dem neuen Werk von Airship Syndicate sieht man das große Vorbild deutlich an, immerhin ist Diablo Synonym mit isometrischen Action-Rollenspielen. Doch dank des geschickten Einsatzes klassischer Darksiders-Tugenden wie Kombos, Erkunden und Rätseln hebt sich das Game deutlich von anderen Genrevertretern ab.



Fazit

Klar, Darksiders Genesis ist ein etwas kleinerer Titel als die Hauptteile, aber ist immer noch ein Darksiders-Spiel. Das Verhältnis aus Kämpfen, Rätseln und dem Erkunden der Umgebung stimmt trotzdem und macht enorm viel Spaß. Noch dazu fügt sich die Optik nahtlos in die Reihe ein, die epische Musik erledigt den Rest. Lediglich bei den Zwischensequenzen wäre mehr drin gewesen. Leicht animierte Comic-Standbilder sehen doch ein bisschen billig aus.



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