Ein Wettskandal erschüttert den heimischen Fußball. Am Montag hat vor Gericht die Aufarbeitung in Graz begonnen. Am ersten von voraussichtlich fünf Prozesstagen geht es um 19 angeblich manipulierte Matches der Regionalliga Ost und 15 Angeklagte, von denen allerdings nur zwölf erschienen.
Es geht um ehemalige Spieler von Klubs aus Wien, dem Burgenland und Niederösterreich, die sich mehrheitlich geständig zeigen. Ein Angeklagter sei im Ausland untergetaucht. Einer habe die Anklage beeinsprucht. Ein Dritter habe die Anweisung zur "unverzüglichen Ausreise" aus Österreich erhalten und deshalb nicht erschienen.
Staatsanwalt Hansjörg Bacher spricht in Graz von gewerbsmäßigem Betrug, erdrückender Beweislast. Bei seinen Darstellungen kommen auch schräge Details über jene Angeklagte ans Licht, die nicht am Spielfeld, sondern auf den Zuschauerrängen als Zeichengeber in Aktion gewesen seien. Bacher sagt: "Wenn er das Kapperl aufsetzte, wurden Wetten platziert." Das sei das Zeichen an die Spieler gewesen, die Aufforderung zur Manipulation sozusagen.
Als geschädigte nennt der Ankläger unter anderem Sponsoren, Funktionäre, Mitspieler und Fans der betroffenen Klubs mit den mutmaßlichen Betrügern, aber auch Wettanbieter. Die Schadenssumme wird vom Staatsanwalt auf 200.000 Euro beziffert.
Am Dienstag geht die Verhandlung vor Gericht weiter. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.