"Wenn ich geflext hätte, wäre das Haus explodiert"

Schlosser Andreas Eisner vor der Schicksalstür
Schlosser Andreas Eisner vor der SchicksalstürDenise Auer
Ein 61-jähriger Pole hat in Wien eine Gasleitung manipuliert und seine Wohnung zur Todesfalle gemacht. Ein Handwerker überlebte mit Glück.

Andreas Eisner feiert am 13. Juli so etwas wie seinen zweiten Geburtstag – bei einer Wohnungsöffnung in Wien-Ottakring entging der Schlosser am Montag um Haaresbreite einem schlimmen Ende.

Wie berichtet hatte ein Mieter, der vor der Delogierung stand, die Gasleitung manipuliert und war geflüchtet. "Ich habe an der Tür gehorcht und ein Rauschen gehört", erzählt Eisner (30) über seine Schicksalsstunde. "Ich dachte, er duscht, aber es war das ausströmende Gas!"

Katastrophe um Haaresbreite verhindert

Ein Gerichtsvollzieher, drei Möbelpacker, zwei Zeugen und ein Hausverwalter – sie alle verdanken ihr Leben wohl dem Geschick des Handwerkers, der das Wohnungsschloss funkenfrei aufgebrochen hat. Wegen der zunehmenden Komplexität von Schlössern sei das heutzutage immer seltener möglich, erzählt dieser.

Ein großes Glück, dass schweres Gerät in diesem Fall nicht nötig war: "Es hätte schon gereicht, dass ich die Flex anwerfe, und wir wären in die Luft geflogen", sagt Eisner. Im Interview mit "Heute" beschreibt er die bangen Momente (Video unten).

Der Gerichtsvollzieher bemerkte beim Betreten der Wohnung sofort den Gasgeruch, das Haus wurde evakuiert. Kräfte der Wiener Berufsfeuerwehr stellten ein gefährliches Gas-Luft-Gemisch fest. Die Gaskonzentration in der Luft dürfte bereits an der Explosionsschwelle gewesen sein. Beamte der Berufsfeuerwehr Wien sowie der Wiener Netze konnten die Gefahr einer möglichen Gasexplosion durch Schließen der Gasleitung abwenden.

Zeitgleich wurde das Wohnhaus mit speziellen Druckbelüftungsgeräten belüftet, Feuerwehrtrupps kontrollierten die Wohnungen des Hauses und führten Gasmessungen durch. Eine Bewohnerin musste ins Freie gebracht werden, ansonsten waren keine Hausbewohner anwesend.

Mieter ist flüchtig

Bei Ermittlungen der Kripo wurden offensichtliche Beschädigungen bei einer Gaszuleitung festgestellt, die durch Werkzeugeinwirkung entstanden sein dürften. Aufgrund dieser Tatsache besteht der dringende Verdacht, dass der zu delogierende Wohnungsmieter (61) die Beschädigungen an der Gasleitung vorsätzlich herbeigeführt hatte, um eine Explosi-on bei einer späteren Wohnungsöffnung auszulösen. In diesem Falle wären erfahrungsgemäß etliche Menschenleben in Gefahr und erhebliche Sachbeschädigungen zu erwarten gewesen.

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