"Wer hat auf der Brooklyn Bridge geheiratet?"

Eigentlich hatte ein Hochzeitspaar, das sich auf der Brooklyn Bridge das Jawort gab, gar keinen Fotografen engagiert. Dann sprangen Netz-Nutzer ein.

Vielerorts sind große Hochzeitsfeiern aufgrund der geltenden Sicherheitsvorschriften momentan verboten. Aber auch an Orten, wo solche Veranstaltungen eigentlich erlaubt wären, entscheiden sich Paare immer wieder dazu, die Feierlichkeiten in kleinstem Kreise abzuhalten. So auch Nikolina Kovalenko und Stephan Ponova, die Ende Juli in New York ihre Vermählung feierten.

Anstatt eine große Party zu schmeißen, war an ihrer Hochzeit nur das Paar selbst und ein Geistlicher anwesend. Außerdem wurde die Zeremonie nicht etwa in einer Kirche oder einem Veranstaltungssaal abgehalten, sondern in luftiger Höhe auf der Brooklyn Bridge.

Was das Paar allerdings nicht wusste: Zur Zeit des Jawortes befand sich auch noch eine weitere Frau in der Nähe auf der Brücke. Diese hatte gerade ihr Mobiltelefon zur Hand, weil sie den Sonnenuntergang festhalten wollte. Tatsächlich gelang es der Frau, ein paar eindrucksvolle Bilder des Hochzeitspaars zu schießen – wahrscheinlich die einzigen Bilder dieses einmaligen Moments, denn die Neuvermählten hatten nicht einmal einen Fotografen zu ihrer Hochzeit mitgenommen.

Zufällig aufgenommen

Die Bilder, die sie auf der Brooklyn Bridge geschossen hatte, wollte die Frau aber nicht für sich behalten. So postete sie eines davon später auf Twitter und schrieb dazu: "Falls ihr heute Abend auf der Brooklyn Bridge geheiratet habt, habe ich ein paar Fotos für euch!" Dazu verlinkte sie auch die Namen einiger Moderatoren einer bekannten Fernsehsendung, um dem Tweet mehr Reichweite zu verleihen.

Danach ging alles ganz schnell. Innert kurzer Zeit wurde der Tweet über 10.000-mal kommentiert und retweetet. Außerdem kassierte er rund 140.000 Likes. Und tatsächlich funktionierte es! Das Paar auf dem Bild meldete sich nur wenig später bei der Fotografin.

Spontane Entscheidung

Gegenüber "Good Morning America" erzählten die beiden außerdem, wie sie sich vor rund einem Jahr in Kolumbien kennen gelernt hatten. An einem Abend seien sie sich beim Salsatanzen begegnet. Allerdings musste Nikolina am nächsten Morgen früh bereits wieder abreisen. "Ich sagte scherzhaft, wenn Stephan noch weiterreden wolle, solle er doch auch zur Bushaltestelle kommen und gemeinsam mit mir weiterreisen." Tatsächlich stand er am nächsten Morgen um sechs Uhr mit einem großen Rucksack am Terminal.

Das Paar habe sich anschließend am 26. Juni 2020 verlobt. "Uns war bewusst, dass wir nicht mit unserer Familie und Freunden zusammen die Hochzeit feiern können, weshalb wir uns entschlossen haben, die Zeremonie so klein wie möglich zu halten", erzählen sie. Auf der Brooklyn Bridge gaben sie sich schließlich das Jawort.

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