Österreich

Werbung für legales Party-Pulver "höchst problematisch"

Das legale Schnupf-Pulver "Geiles Zeug" wird im Netz wie Kokain beworben – kein Highlight für den Wiener Sucht- und Drogenfragen-Koordinator.
Sandra Kartik
26.07.2022, 16:05
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Es verspricht einen "schnellen Energieschub", der zwei bis vier Stunden anhält: "Geiles Zeug" ist ein neues Aroma-Pulver aus Wien ("Heute" berichtete), das legal ist und mit Koffein, Taurin und Aminosäuren für Stimulierung des Gehirns sorgen soll. Inszeniert wird die weiße Substanz wie Kokain. Es wird gesnifft, Lines werden gezogen, die Anmutung erinnert nicht zufällig an Drogenkonsum. Das gibt auch Patrick Faber, Wiener Biochemiker und Erfinder des Party-Pulvers in "Heute" zu: "Die Art, wie es konsumiert wird, erinnert natürlich an Kokain."

Die provokante Werbelinie wirbelt im Netz ordentlich Staub auf. "Einfach nur krank", schreibt ein "Heute"-User. "Macht die Jugend süchtig", ärgert sich ein anderer.

Drogen-Experte warnt vor Werbung

Auch Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, sieht "Geiles Zeug" sehr kritisch. Auf "Heute"-Anfrage sagt er: "Aus meiner Sicht ist diese Art der Bewerbung höchst problematisch. Es mangelt an jeglicher Transparenz bezüglich Inhalt, Risiko und Aufklärung."

Der Experte führt das noch genauer aus: "Einerseits muss bei allen Substanzen, die Einfluss auf unser Befinden haben, eine ausgewogene Aufklärung stattfinden: Was beinhaltet der Stoff, worauf wirkt sich die Substanz aus, was sind Nebenwirkungen? Zudem widersprechen die Werbevideos allen Regeln des Safer-Use-Konzeptes rund um nasalen Konsum. Auch wird nirgends darauf eingegangen, welche Auswirkungen der Konsum durch die Nase hat und welche Schäden beispielsweise Schleimhäute bei mehrfacher Einnahme davontragen können.“

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