Werden Depressive künftig über das Internet betreut?

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Eine Studie der Donau-Universität Krems untersuchte die Effekte von internetbasierten psychotherapeutischen Programmen bei Depressionen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben weltweit 300 Millionen Menschen Depressionen, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Personen mit Depression haben oft gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit.

Um depressive Symptome zu lindern, wurden in den letzten Jahren internetbasierte psychotherapeutische Interventionsprogramme entwickelt. Thomas Probst von der Donau-Universität Krems untersuchte diese im Rahmen einer internationalen Studie. Das Ergebnis lautet, dass die Betreuung über das Internet durchaus Potenzial hat.

Die Studie zusammengefasst

Insgesamt wurden 1.013 Personen mit leichten bis moderaten depressiven Symptomen über eine Dauer von einem Jahr in dieser Studie untersucht. Eine Gruppe erhielt die Routineversorgung, während die andere Gruppe zusätzlich zur Routineversorgung für drei Monate Zugang zu der internetbasierten psychotherapeutischen Intervention hatte.

Das Potential der internetbasierten Behandlung zeigte sich gegenüber der Routineversorgung besonders bei Personen, die depressive Symptome und zusätzlich soziale Angst hatten. Während sich in der Routineversorgung die depressiven Symptome bei Personen mit sozialer Angst schlechter entwickelten als bei Personen ohne soziale Angst, wirkte das internetbasierte Programm dem Risiko eines ungünstigeren Verlaufs bei Personen mit sozialer Angst entgegen.

Gute Ergänzung

"Diese Ergebnisse zeigen, dass Zugang zu internetbasierten psychotherapeutischen Interventionen bei bestimmten Personen die depressiven Symptomverläufe positiv beeinflusst. Der zielgerichtete Einsatz dieser Programme könnte existierende Behandlungsformen nach einer qualifizierten Depressions-Diagnose durch Psychotherapeuten oder Ärzte ergänzen und somit Betroffenen helfen", so Psychotherapiewissenschaftler Probst.

Eine internetbasierte Therapie, die auch tatsächlich den Richtlinien des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz entspricht, gibt es allerdings noch nicht. Für Probst braucht es noch weitere Studien auf diesem Gebiet, die ersten Ergebnisse würden aber auf jeden Fall dazu anregen, über internetbasierte Methoden nachzudenken.

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