Jetzt also auch offiziell!
Jürgen Werner will die sportliche Leitung der Wiener Austria künftig in der Funktion des Sportvorstands übernehmen. Im Hintergrund soll der Investor schon seit Monaten die Fäden ziehen, hinter der Entlassung von Erfolgstrainer Manfred Schmid stecken.
Am Donnerstag nimmt AG-Vorstand Gerhard Krisch dazu Stellung, betont, dass der Vorstand über Werners neue Funktion abstimmen muss.
Werner auf der Pressekonferenz: "Ich bin kein Feigling, der aus der zweiten Reihe schießt. Ich habe dem Vorstand angeboten, als Vorstand Sport zur Verfügung zu stehen." Mit dem Wort Feigling reagiert der Investor indirekt auf einen Artikel der "Krone", in dem Werner, Krisch und Sportdirektor Manuel Ortlechner im Zuge der Schmid-Trennung namentlich als Feiglinge bezeichnet wurden.
Apropos Ortlechner: Er soll seine Funktion als Sportdirektor behalten. Nicht als "Marionette", wie Werner sagt. Hintergrund: Ortlechner wurde zuletzt vorgeworfen, hinter Werner im Klub nichts mehr zu sagen, sich dem heimlichen und bald tatsächlichen Sportboss gefügt zu haben.
Bisher hat Werner keine offizielle Funktion inne. Bis vor kurzem durfte er das auch nicht. Er saß eine Funktionssperre ab, die er wegen unvereinbarer Paralleltätigkeiten ausgefasst hatte. Er war als Vizepräsident des LASK und überschneidend für seine Spieleragentur tätig gewesen.
Bei der Austria bleibt dieser Tage kein Stein auf dem anderen. Der finanziell schwer angeschlagene Klub konnte sich auch dank Zahlungen von Investor Werner und der "Freunde der Austria" in die laufende Saison retten, startete wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen mit drei Minuspunkten.
Während der WM überraschten die Veilchen mit der Trennung von Manfred Schmid, der den Klub unter schwierigen Verhältnissen und trotz Einsparungsmaßnahmen sportlich wieder in sichere Gewässer geführt hat. Unter Schmid wurde die Austria mit einer jungen Truppe Bundesliga-Dritter, schaffte es in den Europacup. Seine Entlassung erhitzt die Gemüter der Fans, soll auf Werner zurückzuführen sein.
Der Ex-LASK-Macher will sein System und seine Spielweise durchsetzen. Schmid stand für einen pragmatischeren Fußball als das Angriffspressing und das 3-4-3, das Werner nach dem LASK-Abschied bei der Austria implementieren will. Ein Nachfolger wird noch gesucht. Die Bundesliga pausiert noch bis Februar.