Das Wetter fährt Achterbahn: Stürmische Föhnwinde lösen Eiseskälte ab, in der Nacht auf Sonntag toben heftige Böen durch die Bundeshauptstadt und Niederösterreich. Und schon am Montag gibt es die nächste Sturmwarnung.
Das Wetter fährt Achterbahn: Stürmische Föhnwinde lösen Eiseskälte ab, in der Nacht auf Sonntag tobten heftige Böen durch Österreich. Besonders in Kärnten wütete der Sturm. Ein Autolenker wurde fast von eine Mure begraben, ein Zug donnerte in einen umgerissenen Baum. Die Unwetter-Warnungen bleiben auch die kommenden Tage aufrecht.
Ganz großes Glück hatte ein Autolenker auf dem Loiblpass in Kärnten. Durch den heftigen Regen und den Sturm ging am Samstag um 13.30 Uhr eine Mure auf die Straße ab, die einen Autolenker nur ganz knapp verfehlte. Baumstämme donnerten nur Zentimeter an seinem Fahrzeug vorbei. Die Straße bleibt bis auf weiters wegen "Gefahr in Verzug" gesperrt. Hinter dem Autolenker krachten zwei slowenische Fahrer aus Panik mit ihren Fahrzeugen zusammen. Sorgen bereitet den Behörden nun eine Stützmauer, die abzurutschen droht.
In der Gemeinde St. Kanzian war dagegen der Sturm so stark, dass ein Baum entwurzelt und auf nahe Zuggleise geschleudert wurde. Ein Lokführer am Weg nach Wolfsberg leitete noch ein Notbremsung ein, der Zug prallte aber trotzdem gegen den Baum. Der Zug wurde beschädigt, von den Fahrgästen wurde zum Glück niemand verletzt.
Weiter Wetter-Alarm
Hochwasseralarm herrscht weiter in Bad Eisenkappel und Teilen von Völkermarkt und Klagenfurt. Bäche traten über ihre Ufer, Straßen wurde überschwemmt und Keller geflutet. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz und mussten die Straßen freiräumen und mehrere Keller auspumpen.
Weiterhin ist beim Wetter in ganz Österreich Vorsicht angebracht. Wer im Freien unterwegs ist, sollte bewaldete Gebiete meiden. Auch in Städten droht Gefahr durch herumfliegende Gegenstände - denn wegen des Föhns sind starke Böen zu erwarten. Besonders betroffen sind Nord- und Weststeiermark, Teile Kärntens, Tirol und Vorarlberg. In Tirol und Salzburg können Windspitzen bis zu 120 Stundenkilometern erreicht werden.
Höhepunkt des Föhns am Montag
Zu Wochenbeginn verschärft sich der Druckgradient weiter und in der Folge sind in westlichen Nordalpentälern vereinzelt sogar schwere Sturmböen, also Böen bis zu 110 km/h zu erwarten. Nicht nur der Wind gewinnt am Montag an Stärke, auch mit den Temperaturen geht es steil bergauf.
"An der Alpennordseite stellt sich bei viel Sonnenschein ungewöhnlich mildes Wetter ein, dabei wird sogar stellenweise die 20-Grad-Marke geknackt", sagt Manfred Spatzierer vom Wetterdienst UBIMET.
Fortsetzung bis Donnerstag
Bis inklusive Donnerstag bleibt uns die Föhnlage erhalten: Teils stürmischer Süd- bis Südostwind von Vorarlberg bis zum Alpenostrand bringt zeitweiligen Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen von bis zu 20 Grad bis einschließlich Mittwoch. In der zweiten Wochenhälfte setzen sich westlich von Salzburg die föhnigen und milden Bedingungen fort, in den Niederungen im Osten steigt hingegen bei schwächer werdendem Wind die Neigung auf trübes Hochnebelwetter merklich an.
Wenig Freude über die anhaltend milde Witterung haben mit Sicherheit viele Skigebiete, denn die Nullgradgrenze liegt in den kommenden Tagen über 3.000 Meter. Der Winter kehrt zurück Ende der Woche baut sich über den Britischen Inseln ein Hochdruckgebiet auf, womit Österreich von Norden her in den Genuss von deutlich kälterer Luftmassen kommt. Natürlicher Neuschneezuwachs für die Skigebiete ist allerdings nicht in Sicht, zumindest eignen sich die Temperaturen ab Sonntag wieder zur künstlichen Beschneiung.