Wetter extrem – von der Dürre direkt ins Hochwasser

Das Tief sorgt aktuell in Belgien und Deutschland für Überflutungen
Das Tief sorgt aktuell in Belgien und Deutschland für Überflutungen"Heute"-Montage: UBIMET & ANTHONY DEHEZ / AFP / picturedesk.com
Am Wochenende trifft gewittriger Starkregen auf Österreich. Auch im trockenen Osten regnet es kräftig. Es droht Überflutungsgefahr!

Ein Höhentief über Italien sorgt im Zusammenspiel mit einer straffen und extrem feuchten Nord- bis Nordostströmung für ein vielerorts nasses Wochenende. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) kommen entlang der östlichen Nordalpen sowie lokal auch im Osten und Südosten beachtliche Regenmengen zusammen, die für erhöhte Überflutungsgefahr sorgen werden.

Niederschlagssumme Freitag bis Sonntag
Niederschlagssumme Freitag bis SonntagUBIMET

Der Freitag hat noch meist ruhiges Wetter zu bieten. "Im Donauraum sowie im östlichen und südöstlichen Flachland bleibt es meist trocken und auch oft sonnig", so Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. "In diesen Regionen sind verbreitet Höchstwerte zwischen 26 und 30 Grad in Sicht". Nach Westen zu muss man hingegen mit einigen Schauern und lokalen Gewitter rechnen. Diese bringen aber kein Unwetterpotential mit sich.

Es wird heikel

Im Laufe des Samstagvormittags breitet sich ausgehend vom Burgenland kräftiger und gewittrig durchsetzter Regen nach Nordwesten aus. "Tagsüber sowie auch am Sonntag muss man dann fast im ganzen Land mit schauerartigem Regen und eingebetteten Gewittern rechnen" so Spatzierer. Häufiger trocken bleibt es nur im äußersten Norden zwischen Mühl- und Waldviertel sowie föhnbedingt im Süden Osttirols und in Oberkärnten.

Entlang der Nordalpen vom Tiroler Unterland bis zum Wienerwald regnet es zudem lang anhaltend und oft kräftig. Im östlichen und südöstlichen Flachland wird mit Gewittern zusätzlich zu Starkregen auch Hagel zum Thema.

"Aufgrund der Luftmasse bleibt es aber trotz oft regnerischen Wetters relativ warm" sagt Spatzierer. "Am Wochenende sind selbst in den Alpen maximal 19 oder 20 Grad in Reichweite, im Osten und Süden sind zwischen den Gewittern bis zu 27 oder 28 Grad möglich".

Von der Dürre ins Hochwasser

Entlang der nördlichen Voralpen sowie im Osten und Südosten verlief der Sommer bislang bekannterweise teils extrem trocken. "In diesen Regionen fiel verbreitet 50 bis 70 Prozent weniger Niederschlag als in einer durchschnittlichen ersten Sommerhälfte sonst üblich", weiß Spatzierer. Doch von der Dürregefahr könnte es hier direkt zum Hochwasser kommen.

"Entlang der Nordalpen vom Tiroler Unterland bis zum Wienerwald und dem Semmering-Wechsel-Gebiet zeichnen sich am Wochenende verbreitet 70 bis 150 l/m² Regen an" prognostiziert Spatzierer. "Hier sowie auch vom Marchfeld über Wien und das Burgenland bis in die Südsteiermark sind aber durch Schauerstraßen und stationäre Gewitter selbst binnen wenigen Stunden noch größere Regenmengen möglich" warnt der Meteorologe.

Gebietsweise besteht also am Wochenende eine erhöhte Gefahr von Überflutungen, Hangrutschungen und Murenabgänge. Erst am Montag erreicht deutlich trockenere Luftmassen aus Norden Österreich und räumen somit die schauer- und gewitteranfällige Luft endgültig aus. Die Lage entspannt sich also in der neuen Woche rasch wieder.

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