Österreich liegt in den kommenden Tagen unter dem Einfluss eines umfangreichen Hochdruckgebiets namens "Hartmut", das aus Westeuropa trockene und für Ende Juni extrem heiße Luftmassen in den Alpenraum transportiert. Vorübergehend ist die Gewitterneigung damit gering, gleichzeitig steigen die Temperaturen aber erneut an.
Am Wochenende sind schließlich Höchstwerte bis zu 40 Grad zu erwarten – stellenweise könnte es aber sogar noch heißer werden. Bei einem Großteil der Wetterstationen im Land kündigen sich neue Juni-Rekorde an, auch der österreichische Hitzerekord rückt in Reichweite. Dann steigt aber vom westlichen Bergland ausgehend die Gefahr von lokal kräftigen Hitzegewittern.
Doch wie heiß wird es in Österreich wirklich und wann erreicht die Hitzewelle ihren Höhepunkt? "Heute" wollte es genau wissen und fragte bei Wetter-Experte Nikolas Zimmermann von UBIMET nach.
Nikolas Zimmermann: Die aktuelle Hitze ist das Ergebnis einer blockierten "Omegalage" mit einem umfangreichen Hoch über Mitteleuropa sowie der zusätzlichen Erwärmung durch den Klimawandel. Bei dieser Wetterlage sinkt die Luft im Kern des nahezu ortsfesten Hochs tagelang ab und erwärmt kontinuierlich. Gleichzeitig sorgen der sehr hohe Sonnenstand und die zunehmend ausgetrockneten Böden für eine zusätzliche Erwärmung der Luft. Der Klimawandel verstärkt die Hitzewelle zusätzlich, weil das allgemeine Temperaturniveau höher ist.
Ja, an diesem Wochenende wird es in Österreich mit Spitzenwerten bis 40 Grad heißer sein als etwa in Spanien, Süditalien oder Griechenland. Das liegt an der Lage des Hochs über Mitteleuropa. Noch eine Spur heißer wird es am Sonntag im Osten Deutschlands mit bis zu 42 Grad.
In Wien erreichen wir am späten Nachmittag rund 37 Grad, damit wird heute der vorerst heißeste Tag des Jahres. Das wird von Samstag bis Montag jedoch nochmals übertroffen.
Die Hitzewelle erreicht am Wochenende ihren Höhepunkt. Am Samstag gibt es bis zu 39 Grad, am Sonntag kündigen sich im östlichen Flachland Spitzen um 40 Grad an. Selbst der Allzeitrekord könnte gebrochen werden, Sonntag könnte also der bislang heißeste Tag seit Messbeginn werden. Am Montag kühlt es an der Alpennordseite bereits etwas ab, im Süden und Osten wird es nochmals extrem heiß mit bis zu knapp 40 Grad. Die Nächte verlaufen ebenfalls außergewöhnlich warm, in der Nacht von Sonntag auf Montag erwarten wir in der Wiener Innenstadt einen Tiefstwert von etwa 27 Grad.
Die Hitze stellt an diesem Wochenende die größte Gefahr dar: Die Gefahr eines Hitzeschlags ist besonders bei älteren Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen hoch, zudem besteht das Risiko, dass man rasch dehydriert.
Die Gewitter beschränken sich am Wochenende auf den Westen: Am Samstag kann es im Tiroler Oberland lokal zu kräftigen Hitzegewittern mit Starkregen und Sturmböen kommen, am Sonntag dann im Bergland vom Arlberg bis zum Dachstein. Zu Wochenbeginn nimmt die Unwettergefahr an der Alpennordseite und im Bergland generell zu.
Der Boden erhitzt sich noch stärker als die Luft, so ist gestern beispielsweise auf der A1 nahe Salzburg der Asphalt aufgeplatzt. Auch Oberleitungen und Gleise sind von der Hitze betroffen, so besteht am Wochenende die Gefahr von Gleisverwerfungen. Viele kleine Gewässer führen derzeit zudem wenig Wasser, weshalb die Wassertemperaturen ungewöhnlich hoch sind. Auch seichte Seen weisen mittlerweile hohe Wassertemperaturen auf, teils werden Werte um 28 Grad erreicht.
Der Freitag bringt strahlenden Sonnenschein, höchstens vorübergehend bilden sich im Bergland ein paar harmlose Quellwolken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordost und mit 33 bis 37 Grad wird es extrem heiß.
Am Samstag ändert sich wenig, meist scheint von früh bis spät ungetrübt die Sonne. Selbst über den Bergen bleiben die Quellwolken harmlos. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost und bei 34 bis 39 Grad verschärft sich die Hitze noch ein wenig.
Der Sonntag bringt zunächst viel Sonnenschein und den vorläufigen Höhepunkt der Hitzewelle. Tagsüber bilden sich im Berg- und Hügelland ein paar Quellwolken, dabei ist im Waldviertel das eine oder andere isolierte kräftige Hitzegewitter mit dabei. Bei mäßigem bis lebhaften Südostwind werden Höchstwerte zwischen 36 und 40 Grad erwartet.
Der Montag startet noch sonnig, tagsüber ziehen mit kräftig auffrischendem und auf West drehendem Wind Wolken durch und ab etwa Mittag steigt die Schauer- und Gewitterneigung an. Bei den Gewittern ist dann auch mit Sturmböen zu rechnen, zuvor werden von West nach Ost 32 bis 39 Grad erreicht.