Das sind die schlimmsten Nebellöcher Österreichs

In Wien schien die Sonne zum letzten Mal vor einer Woche, der Nebel macht auch der Tierwelt zu schaffen. UBIMET-Metereologe Nikolaus Zimmermann erklärt den Nebel.

Während in den Tälern und Niederungen also graues und kaltes Wetter herrscht, kann es in mittleren Höhenlagen tagsüber bei Sonnenschein mitunter auch mehr als 15 Grad milder sein!

Aber auch ohne Hochnebel ist es unterhalb der sogenannten Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Unten Nebel, oben Sonne - wie hier im Rheintal:

Wir haben den UBIMET-Metereologen Nikolaus Zimmermann gefragt, wieso es derzeit so lange nebelig ist und welche Auswirkungen das auf Natur, Tier und Mensch hat!

Welche Teile Österreichs sind derzeit "vernebelt"?

Derzeit gibt es im Donauraum sowie allgemein im Osten und Südosten Österreichs verbreitet Nebel oder Hochnebel. Das betrifft also die Regionen vom Innviertel über den Oberösterreichischen Zentralraum bis nach Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Im Most- und Waldviertel sowie im Wiener Becken fällt daraus stellenweise auch Nieselregen.

Wie "dicht" ist der Nebel bzw. wie ist die Sicht – beispielsweise in Wien derzeit?

Besonders das Hügelland steckt mitten in der Hochnebelschicht, somit liegt die Sichtweite teilweise unter 200 m. In den Niederungen ist sie eine Spur besser, typischerweise für Nebel gibt es aber markante Unterschiede je nach Region: St. Pölten liegt unterhalb der Hochnebelschicht und verzeichnet derzeit gute Sichtverhältnisse, in Wien ist die Sichtweite dagegen gering und beträgt am Rande des Wienerwalds aktuell etwa 300 m. In den tiefsten Lagen der Stadt wie beispielsweise in Simmering und in Donaustadt sind es knapp 1.000 m.

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Wie lange ist es schon so nebelig?

Vor allem im Waldviertel und im Wiener Becken gibt es bereits seit dem 3. November immer wieder beständigen Nebel oder Hochnebel. In Wien hat man die Sonne letztmals am 7. November zu Gesicht bekommen.

Anbei eine Übersicht mit den bislang trübsten Orten in diesem November:

–Raabs an der Thaya: 6 Sonnenstunden

–Allentsteig: 11 Sonnenstunden

–Litschau: 13 Sonnenstunden

–Irnfritz: 13 Sonnenstunden

–Horn: 15 Sonnenstunden

–Wien-Mariabrunn: 16 Sonnenstunden

Warum ist es jetzt so nebelig?

Seit Monatsbeginn liegt Mitteleuropa unter dem Einfluss einer föhnigen Höhenströmung aus südlicher Richtung. Bei dieser Wetterlage gibt es in den Nordalpen viel Sonnenschein und sehr milde Temperaturen. Im Osten Österreichs weht dagegen Südostwind, welcher besonders im Wienerwald und im Waldviertel für eine aufsteigende Luftmassenbewegung sorgt. Dies kühlt die Luft etwas ab und bei schwachem Hochdruckeinfluss entsteht beständiger Hochnebel.

Wann sehen wir die Sonne wieder?

Eine nachhaltige Wetterumstellungist in Sicht. Bereits in diesen Stunden zieht aus Deutschland eine Kaltfront auf und der Wind dreht im Tagesverlauf auf westliche Richtung. Am heutigen Dienstag sind zwar noch keine nennenswerten Auflockerungen zu erwarten, da der Hochnebel im Laufe der zweiten Tageshälfte von den Wolken der Kaltfront abgelöst wird. Spätestens am Mittwoch gibt es im Osten Österreichs aber endlich wieder Sonnenschein!

Wie ergeht es den Tieren mit dem Nebel?

Nebel hat vor allem Auswirkungen auf den Verkehr. Einerseits sorgt die geringe Sichtweite für eine erhöhte Unfallgefahr auf den Straßen, andererseits kann dichter Nebel auch zu Behinderungen im Flugverkehr führen. Am Flughafen Wien kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass bei bestimmten Wind- und Sichtbedingungen nur eine Landebahn zur Verfügung steht. Dann müssen Flüge nach Wien mitunter zu anderen Flughäfen umgeleitet werden. Noch größere Probleme mit Nebel haben manchmal aber kleine Flughäfen wie etwa in Innsbruck. Die Auswirkungen auf die Tierwelt sind zwar gering, es gibt aber Vorfälle aus Deutschland, bei denen Zugvögel verendet sind, weil sie im dichten Nebel zu nahe an Autobahnen oder Gebäude geraten sind.

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(Red)

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