WHO warnt: Nächstes Virus kursiert, bereits erste Tote

Das Marburg Virus beschäftigt die WHO.
Das Marburg Virus beschäftigt die WHO.Wikimedia Commons/CDC/Erskine Palmer, Russell Regnery/PD
Die WHO schlägt wieder Alarm! Dieses Mal geht es um das sogenannte Marburg-Virus, das in Afrika bereits erste Todesfälle gefordert hat.

Der Ausbruch des Marburg-Virus in Ghana ist noch nicht gestoppt. Am Mittwoch bestätigte der stellvertretende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ibrahima Socé Fall, weitere Fälle des Erregers in dem westafrikanischen Land. "Wir haben zwei weitere Fälle", so der Gesundheitsexperte vor Journalisten.

Erste Infektionen vor vier Wochen

Erst vor rund vier Wochen waren die ersten Infektionen mit dem hochansteckenden Ebola-Verwandten, der ebenfalls ein hämorrhagisches Fieber auslöst, in Ghana gemeldet worden. Die beiden infizierten Männer sind mittlerweile verstorben.

Bei dem aktuellen Ausbruch handelt es sich erst um den zweiten überhaupt in Westafrika. Der erste Fall in der Region wurde im Jahr 2021 in Guinea nachgewiesen. Damals gelang es den Gesundheitsbehörden Guineas und der WHO den Ausbruch innerhalb von 42 Tagen einzudämmen. Dies mithilfe von "umgehend eingeleiteten" Notfallmaßnahmen, teilte die WHO damals mit.

"Ohne sofortiges und entschlossenes Handeln können hochinfektiöse Krankheiten wie Marburg leicht außer Kontrolle geraten. Heute können wir auf die wachsende Erfahrung bei der Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen in Guinea und der Region verweisen, die Leben gerettet und eine Ausbreitung des Marburg-Virus eingedämmt und verhindert hat", sagte Matshidiso Moeti, die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, damals. Das Marburg-Virus gilt als teuflischster Erreger der Welt.

Ob auch der aktuelle Ausbruch so rasch eingedämmt werden kann, wird sich zeigen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte Soce Fall, dass nach den Informationen aus Ghana rund 180 Kontakte verfolgt würden und die WHO-Teams sicherstellen würden, dass keiner übersehen werde. Dass die Fälle aus drei verschiedenen Regionen Ghanas gemeldet worden seien, stelle eine "sehr schwierige" Situation dar. "Obwohl die Zahl der Fälle im Moment nicht sehr hoch ist, müssen wir sicherstellen, dass jeder Hotspot gestoppt werden kann, sonst wird die Situation noch komplexer."

Das Virus wird von Fledermäusen auf Menschen übertragen und verbreitet sich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Oberflächen und Materialien, so die WHO. Ein Medikament oder eine Impfung gegen den Erreger gibt es bislang nicht.

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Davon hat das Marburg-Virus seinen Namen:

Das Virus wurde erstmals 1967 im deutschen Marburg identifiziert. Dort wurden auf einmal immer mehr Menschen mit Symptomen, die zunächst einer Sommergrippe ähnelten, im Spital aufgenommen. Doch dann wurden die Krankheitszeichen immer diffuser und die Medizinerinnen und Mediziner erkannten, dass sie es mit einem gefährlichen und bislang unbekannten Feind zu tun haben. Noch dazu mit einem, der eine lange Reise hinter sich hat. «Dass ein Virus aus Afrika nach Deutschland eingeschleppt wird und dann hier Todesopfer fordert, war neu», sagt Stephan Becker, Virologe an der Universität Marburg. Für Versuche importierte Affen aus Uganda brachten ihn mit, und es waren insbesondere Labor-Beschäftigte, die sich infizierten.

Das Ganze hatte aber auch etwas Gutes: "Der Ausbruch war die Initialzündung für das Verständnis von solch hochpathogenen Viren", sagt Becker. "Das Problem dieser Infektionen ist, dass das menschliche Immunsystem nicht darauf vorbereitet ist. Es reagiert falsch." Es könne diese Viren nicht interpretieren. "Dadurch reagiert das Immunsystem über. Das nennt man Zytokinsturm – es ist der Grund, warum Menschen daran sterben."

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