Neujahrsansprache

"Wie ignorant": Klimanotstand für VdB "bewiesen"

In seiner Neujahrsansprache ruft Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu "mehr Miteinander" auf. Er übt Kritik an Klimaleugnern.

Newsdesk Heute
"Wie ignorant": Klimanotstand für VdB "bewiesen"
Bundespräsident Alexander Van der Bellen
zVg

Traditionell beginnt das Polit-Jahr in Österreich mit der Neujahrsansprache des Bundespräsidenten. Mit Blick auf das Superwahljahr richtet Alexander Van der Bellen abermals klare Worte an die Regierung, aber auch an die Oppositionsparteien. Er ruft dazu auf, "mehr miteinander" und "weniger übereinander" zu reden.

Denn wer sich stets nur in der eigenen Meinung bestätigen lasse, der werde "nie zu neuen Erkenntnissen kommen", so der 79-Jährige in seiner Rede.

Besonders in diesem Jahr werde man die Fähigkeit, miteinander zu reden, brauchen, verwies der Präsident aus die vielen anstehenden Wahlen 2024 – mit der EU-Wahl, der Nationalratswahl, den Landtagswahlen in der Steiermark und Vorarlberg, und Gemeinderatswahlen.

Van der Bellen hofft, es möge den wahlwerbenden Parteien gelingen, "Argumente auszutauschen statt Anschuldigungen – und Ideen statt Verwünschungen". Und es dürfe auch gerne konstruktiv gestritten werden, dabei solle aber "niemals der Boden der Vernunft" verlassen werden. "Ich habe nichts gegen Emotionen, ganz im Gegenteil. Aber in Wahlkämpfen werden sie meistens dann eingesetzt, wenn die Argumente ausgehen. Und dann holen sie selten das Beste in uns hervor", mahnte Van der Bellen.

Wir haben uns in den letzten Jahren angewöhnt, uns vor allem mit denen zu unterhalten, die ohnehin derselben Meinung sind wie wir. Und ich glaube, dass das auf Dauer nicht gut für unser Zusammenleben ist
Alexander Van der Bellen
Bundespräsident in seiner Neujahrsansprache

Die Bürger fordert er auf, die wahlwerbenden Parteien dahingehend zu "prüfen", "was sie aus den Menschen hervorholen. Daran kann man ganz gut erkennen, ob es sich um konstruktive Kräfte handelt oder nicht." Er wünsche sich "Vernunft in allen politischen Parteien". Denn es werde auch eine Zeit nach der Wahl geben "und da sollten wir alle einander noch in die Augen sehen können".

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    Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde auf seine zweite Amtszeit vereidigt.
    Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde auf seine zweite Amtszeit vereidigt.
    Helmut Graf

    Auch plädiert Van der Bellen dafür, "dass wir uns nicht nur in den extremen Rändern unterhalten. Schauen wir doch auch einmal, was sich in der Mitte abspielt". Um in diese Mitte zu gelangen, müssten sich "alle" bewegen. Dies sei immer der österreichische Weg gewesen – "und ich hoffe, dass wir in Zukunft wieder mehr danach handeln".

    "Es wird auch eine Zeit nach unserer Zeit geben"

    Der Präsident kam in seiner Rede auch explizit auf die Klimakrise zu sprechen: "Es wird auch eine Zeit nach unserer Zeit geben. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Enkerl dann auch noch einen lebenswerten Planeten, ein lebenswertes Österreich vorfinden." Klimanotstand und Treibhauseffekt seien wissenschaftlich bewiesen, verteilte Van der Bellen auch einen Seitenhiebe gegen Klimaleugner: "Wie ignorant muss man sein, wie entfernt von der Natur, um das nicht wahrzunehmen?".

    Die Wissenschaft und Fakten, die Wahrheit würden sich nicht ändern, "nur weil wir sie nicht glauben". Daher wünsche er sich für 2024 auch, "dass wir nicht an Fakten rütteln, an denen es nichts zu rütteln gibt. Setzen wir unsere Energie lieber dafür ein, die Probleme zu lösen." Gleichzeitig plädierte er für "mehr Zuversicht".

    Van der Bellen: "Wir sind eine leistungsfähige Gesellschaft, eine einfallsreiche, mitfühlende, eine friedliebende und wohlwollende Gesellschaft. Und wir haben alle Fähigkeiten und Eigenschaften, die wir brauchen, um eine gute Zukunft zu bauen: Unsere Wissenschaft und Forschung. Unsere Kunst. Unsere Wirtschaft. Unsere Kraft und Energie. Unsere Neugier. Unsere Offenheit. Unsere Solidarität. Unsere Menschen. Wir alle tragen etwas bei", so der 79-Jährige abschließend: "Ich wünsche Ihnen ein großartiges Jahr 2024. Möge es noch besser werden, als Sie es erwarten."

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    red
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