Wie sicher ist Wellnessen während Corona?

Ohne Maske im Swimmingpool: Wie sicher ist Wellness in Corona-Zeiten? Wir haben nachgehakt.
Ohne Maske im Swimmingpool: Wie sicher ist Wellness in Corona-Zeiten? Wir haben nachgehakt.Pexels/Pavel Danyljuk
Während man in Österreich erst am 19. Mai Lokale und Hotels wieder öffnet, hält andernorts das "normale" Leben wieder Einzug - inklusive Saunagang. 

Wir können es noch gar nicht glauben: Ab 19. Mai soll Stück für Stück die Normalität zurück in unser Leben kommen. Ab dann können wir endlich wieder Restaurantbesuche und einen Drink - zumindest vor unserer Lieblingsbar - in unser Freizeit-Repertoire aufnehmen. Sogar Reisen und Spa-Besuche sollen dann wieder möglich sein. Doch während ein Essen an der frischen Luft recht sicher erscheint, ist es eine andere Nummer, auf engem Raum mit fremden Menschen zu schwitzen und zu baden. Oder?

Wie genau sich ein Thermenwochenende in diesem Sommer gestalten wird, ist noch nicht ganz klar. Auf die Vorgaben aus der Regierung muss man sich noch gedulden. Pläne von Seiten der Hotels gibt es jedoch bereits: "Wir freuen uns schon sehr darauf, das zu tun, was wir am besten können: Gastgeber zu sein und alles dafür zu tun, dass sich unsere Gäste wohlfühlen. Sicherheit und Gesundheit sind eine Grundvoraussetzung zum Wohlfühlen im Astoria, daher werden wir nicht nur die selbstverständlichen gesetzlichen Vorgaben erfüllen, sondern haben darüber hinaus ein TÜV geprüftes Astoria Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt, das zum Beispiel bei jeder Ankunft ein viren- und keimfreies Zimmer durch Vernebelung oder auch zusätzliches Encasing von Pölstern und Matratzen mit einem desinfizierten Hygienebezug enthält. Die Weitläufigkeit unseres Hauses bietet jedem Gast 123 Quadratmeter Fläche und ist weiterer wichtiger Faktor", erklärt Elisabeth Gürtler, Chefin des Luxushotels Astoria Resort in Seefeld.  

In dem Fünf-Sterne-Hotel werden stündlich sämtliche Türklinken und weitere Touchpoints in den öffentlichen Bereichen desinfiziert. In den Schwimmbädern gelten gesonderte Abstandsregelungen, für Saunen und Dampfbäder Höchstkapazitäten und daher eine Anmeldepflicht.

FFP2-Maskenpflicht

"Auch wenn die finalen Verordnungen seitens der Regierung noch nicht da sind, haben wir versucht, möglichst vorauszudenken, damit wir intern mit den Schulungen unserer Mitarbeiter, die entsprechenden Maßnahmen wie Gästeregistrierung und vielem mehr beginnen können", erklärt H2O-Kindertherme-Geschäftsführer Christian Rotter. 

Derzeit geht man davon aus, dass für einen Aufenthalt ein gültiger Nachweis eines negativen Covid-Tests, einer überstandenen Coronavirus-Infektion oder der empfangenen Impfung erbracht werden muss. In allen Bereichen ist ein Mindestabstand von 2 Metern einzuhalten sowie eine Registrierung der Gäste ist notwendig. Derzeit gilt ab 19. Mai außerdem für sämtliche Innenbereiche eine FFP2-Maskenpflicht. Allerdings geht man nicht davon aus, dass auch im Feuchtraumbereich der Therme sowie beim Schwimmen und Baden eine Maske notwendig sein wird.

Verschärfte Maßnahmen im Quellenhof in Südtirol

Während wir uns noch gedulden müssen, hat das Quellenhof Luxury Resort Passeier in Südtirol seine Tore für Besucherinnen und Besucher kürzlich wieder öffnen dürfen. Auch der frisch renovierte 10.500 m² grosse Spa-Bereich inklusive Saunen und Bädern hat seinen Betrieb aufgenommen und die passende Antwort auf folgende Frage: Kann ein Spa-Besuch während einer Pandemie wirklich sicher sein?

"Die Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Hotel spielen natürlich eine wichtige Rolle", führt Hoteldirektor Heinrich Dorfer an. Was er damit meint: Ins Hotel kommt nur, wer einen negativen Corona-Test vorlegen kann. Wer ohne anreist, wird direkt vor Ort getestet. Durch spezielle Kameras wird außerdem die Temperatur aller Gäste gemessen, die den Eingangsbereich passieren. Die Mitarbeitenden des Hotels – das gilt auch für die Beschäftigten im Spa-Bereich – unterziehen sich zweimal in der Woche einem Test auf das Coronavirus.

Maskenpflicht zwischen Liege und Pool

Und wie sieht es mit Masken aus? "Die Maskenpflicht gilt bei uns im gesamten Hotel. Davon ausgenommen sind die Zimmer und, ja, natürlich auch die Saunen und Bäder. Sobald sich unsere Besucherinnen und Besucher in einem Ruhebereich oder auf einer Liege aufhalten, dürfen sie die Maske abnehmen. Dazwischen muss sie immer getragen werden", so Dorfer. Heißt: In die Bademanteltaschen gehört der Mund-Nasenschutz, auch wenn er nicht dauerhaft getragen wird.

Zusätzlich ist die erlaubte Anzahl der Gäste in den Saunen stark reduziert. "In unserer größten Sauna finden normalerweise 70 Personen Platz. Aktuell sind nur 15 zugelassen, um den Mindestabstand gewährleisten zu können", merkt Dorfer an. "In den kleineren Saunen sind es weniger. Je nach Größe sogar nur Gäste aus dem gleichen Zimmer." Wer einen Aufguss mitmachen will, muss sich zudem bereits am Morgen für eine bestimmte Uhrzeit anmelden. Zwischen zwei Slots liegen jeweils 15 Minuten, in denen die Sauna desinfiziert und gereinigt wird.

Virenfrei dank Hitze?

In der Hitze sitzt man dann (wenn auch mit Mindestabstand) also ungeschützt, ohne Maske. Ist das nicht gefährlich? "Bei Temperaturen über 60 Grad hat das Coronavirus so gut wie keine Überlebenschancen", beruhigt der Hoteldirektor. Wissenschaftliche Studien zum Saunagang fehlen bisher – allerdings ist tatsächlich nachgewiesen, dass das Virus nicht besonders hitzebeständig ist und etwa bei 80 Grad (in Saunen eine geläufige Temperatur) nach nicht einmal vier Minuten inaktiviert wird. Es gilt: Je heißer die Luft, desto schneller geht dem Virus selbige aus.

Massagen in Slow Motion

Auch bei den Massagen musste der Quellenhof herunterfahren: "Haben wir früher acht Massagen an einem Tag geschafft, sind es jetzt nur noch sechs. Wir brauchen die Extra-Zeit zum Desinfizieren", berichtet der Hoteldirektor. Trotz allem sei die Nachfrage nach dem Spa-Bereich groß: "Bei unseren Gästen haben all die Massnahmen der Vorfreude auf die Wellness-Auszeit keinen Abbruch getan."

Bis heute sind weder im Wellnessbereich noch im Hotel an sich Ansteckungen bekannt. Eine 100-prozentige Sicherheit kann aktuell trotzdem an keinem Ort gewährleistet werden, an dem viele Menschen zusammenkommen. Mit einem sinnvollen Schutzkonzept und allenfalls etwas mehr Geduld als üblich, ist der Besuch im Spa aber mit dem im Supermarkt zu vergleichen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account kiky, 20 Minuten Time| Akt:
WellnessReiseReisenUrlaubSüdtirolÖsterreichCoronavirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen