Wie vier Brüder Amazon um 19 Millionen abzockten

Amazon wurde laut Unterlagen des US-Justizministerium um mehrere Millionen betrogen.
Amazon wurde laut Unterlagen des US-Justizministerium um mehrere Millionen betrogen.iStock
Immer wieder versuchen Kriminelle, den Online-Giganten Amazon um Geld zu erleichtern. Ein neuer Fall in Millionenhöhe sorgt nun aber für Aufsehen.

Vier Brüder haben es geschafft, den Online-Versandhändler Amazon um insgesamt 19 Millionen US-Dollar zu betrügen, berichten US-Medien wie "Wired". Wie dies gelang? Mit Zahnbürsten. Die Anklageschrift des US-Justizministeriums gibt Aufschluss über die Vorgangsweise. Die Brüder im Alter von 24 bis 32 Jahren machten sich einen Trick bei Amazons Bestellpraktiken zunutze, um zwei Jahre lang riesige Beträge einzusacken.

Bestellt der Amazon-Konzern bei Großanbietern Waren, um sie auf der Plattform verkaufen zu können, bekommen diese eine Nummer, um sie zu identifizieren. Gleichzeitig können die Verkäufer aber auf die Produkteinträge der Plattform zugreifen und sie verändern. Das macht etwa Sinn, wenn Produktbeschreibungen falsch oder unvollständig sind und korrigiert werden müssen. Im Falle der vier Brüder wurde dies aber offenbar für einen gezielten Betrug ausgenutzt.

Die Männer sollen die Identifikationsnnummern von Produkten, die Amazon geordert hatte, ganz anderen Produkten zugewiesen haben. Klingt kompliziert, war aber in der Praxis recht einfach: Amazon bestellte Desinfektionsspray um fast 100 Dollar, die Brüder änderten dies auf 7.000 Zahnbürsten im Wert von je (!) fast 100 Dollar und stellten Amazon damit beinahe 700.000 Dollar in Rechnung. Die Masche wurde auch mit dem Tausch von Parfüm gegen Rasierapparate abgezogen.

Der Fall flog trotz der horrenden Summen offenbar deshalb so lange nicht auf, weil Amazon nicht jede der Millionen Bestellungen bei den Tausenden Anbietern prüfen kann. Tatsächlich sollen einige Betrugsversuche aufgeflogen und die Konten der Brüder gesperrt worden sein. Dass sie letztlich geschnappt und vor Gericht gestellt wurden, ist auf ihre Unersättlichkeit zurückzuführen: Sie legten sich immer wieder neue Anbieter-Konten an, um den Betrug fortzuführen.

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