Neue Demos in Chemnitz: TV-Team attackiert

Eine Woche nach den gewalttätigen Demonstrationen marschieren die Menschen in Chemnitz noch immer. Die Polizei musste einschreiten.
In Chemnitz gingen am Samstag auch eine Woche nach den ersten gewalttätigen Demos wieder Menschen auf die Straße. Tausende waren es, darunter auch mehrere Spitzenpolitiker.

Sie demonstrierten unter dem Motto "Herz statt Hetze", hielten Plakate mit den Aufschriften "Kein Platz für Nazis. Ob in Chemnitz oder anderswo" und "Nein zur Hetze gegen Muslime" in die Höhe.

Am Rande der rechten Gegendemo soll am Abend ein Kamerateam attackiert worden sein.

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Gemeinsam mit Spitzenpolitikern wie der SPD-Vizechefin Manuela Schwesig, dem Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch und der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock wollten die Menschen bei der Großdemo ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen.

"Chemnitz ist weder grau noch braun" wird begleitend zur Kundgebung großflächig in Zeitungen inseriert. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) fordert die Bürger auf, Hetzern "unsere Stärke und unsere demokratische Grundüberzeugung mit aller Kraft" entgegenzusetzen. Chemnitz sei in den letzten Tagen "aufgewühlt" gewesen und habe sich im Ausnahmezustand befunden.

Wieder rechte Demos

Angst vor erneuten Ausschreitungen gibt es aber noch immer. Denn für den Nachmittag sind Gegendemos der Rechten angekündigt. Die fremdenfeindliche PEGIDA-Bewegung geht auf die Straße, zudem hat die AfD (Alternative für Deutschland) eine Kundgebung angekündigt, ebenso wie die rechte Organisation "Pro Chemnitz".

Polizei musste einschreiten

Laut Polizei, die mit einem Großaufgebot dabei war, war die Lage zunächst "ruhig und friedlich". Die Kundgebung der AfD, PEGIDA und "Pro Chemnitz" musste am Abend aufgelöst werden, weil die Versammlungszeit überschritten wurde, hieß es.

Die Teilnehmer wollten dies jedoch nicht einsehen und skandierten: "Wir sind das Volk". Am Rande der Demonstration soll ein TV-Team des MDR angegriffen worden sein. Die Reporter wollten in der Wohnung eines Anwohners die Demo filmen, als sie von einem Mann attackiert wurden. Er soll einem Journalisten die Kamera aus der Hand geschlagen und ihn die Treppe hinuntergestoßen haben.

Vorgeschichte

Der Tod eines 35-jährigen Deutschen, der am vergangenen Wochenende von zwei Männern aus dem Irak und aus Syrien getötet worden sein soll (die Männer sitzen in U-Haft), hat Demonstrationen ausgelöst.

Auch gewalttätige Rechtsextreme beteiligten sich an den Kundgebungen, dabei wurden auch Ausländer angegriffen. Bei Demonstrationen am Montagabend kam es zu Krawallen, mehrere Menschen wurden verletzt. (red)

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