Formel 1

Wieder Ergebnis-Chaos – Ferrari-Protest gegen Strafe

Ferrari fühlt sich nach dem Großen Preis von Australien am Sonntag benachteiligt. Die Scuderia will nun gegen die Strafe gegen Carlos Sainz vorgehen. 
Heute Redaktion
07.04.2023, 12:07
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Eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe kostete dem Spanier schließlich WM-Punkte. Weil sich der Rennstall benachteiligt fühlt, hat Teamchef Frederic Vasseur nun einen Protest angekündigt, die Strafe soll neu beurteilt werden, schließlich sei mit zweierlei Maß gemessen worden. 

Sainz für Crash bestraft

Zur Erinnerung: Beim zweiten von drei Re-Starts ging Sainz forsch ins Duell mit Fernando Alonso, drehte den Aston-Martin-Piloten schließlich um. Nachdem die beiden Alpine kollidierten und das Rennen zum dritten Mal mit einer roten Flagge unterbrochen wurde, stellte die Rennleitung dieselbe Reihenfolge wie beim zweiten Re-Start her. Dadurch verlor der Ferrari-Pilot Platz vier. Durch die Änderung der Startreihenfolge erhielt Alonso, der sich auf Platz drei klassierte, auch seinen ursprünglichen Platz zurück, weshalb es für den Spanier keinerlei Auswirkungen durch die Sainz-Aktion gab. Trotzdem sprachen die Rennkommissare eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen den Ferrari-Star aus. Nachdem die letzte Rennrunde unter dem Safety Car gefahren wurde und sich Sainz nicht verteidigen konnte, rutschte der 28-Jährige schließlich auf Platz zwölf zurück, blieb ohne Punkte. 

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"Bitte, bitte, bitte. Sagt ihnen, dass sie keine Strafe aussprechen können, ohne mit mir zu reden", regte sich Sainz bereits während des Rennens am Boxenfunk auf. Doch das Flehen des Spaniers blieb ungehört. 

Ferrari-Protest

Doch nun will Ferrari gegen die Zeitstrafe vorgehen. Und führt zwei Vergleichsbeispiele an: Die Kollisionen der beiden Alpine-Piloten Pierre Gasly und Esteban Ocon – hier wurde Gasly von sämtlichen Experten eindeutig als Schuldiger genannt – und der Crash zwischen Logan Sargeant und Nyck de Vries. In beiden Fällen schieden die Beteiligten aus, doch es gab keinerlei Sanktionen. 

"Wir haben den Bericht an die FIA geschickt, deshalb möchte ich keine Details preisgeben. Was ich aber sagen kann, ist, dass es bei Gasly/Ocon und Sargeant/De Vries in der ersten Kurve nicht die gleiche Reaktion der Stewards gab", erklärte Vasseur. 

Es geht um Platz vier

Nun findet eine sogenannte "Neuanhörung" statt. Dabei wird der Sachverhalt noch einmal komplett aufgerollt. Ein Beispiel dafür war der Aston-Martin-Protest in Dschidda, nachdem Alonso sein 100. Karriere-Stockerl kurzfristig weggenommen wurde. Das Team muss in dem Fall aber neue Beweise vorlegen. 

"Wir erwarten uns zumindest eine offene Diskussion mit ihnen, auch zum Wohle des Sports, um diese Art der Entscheidung, wo man drei Fälle in der gleichen Kurve hat, aber nicht die gleiche Entscheidung trifft, künftig zu vermeiden", so der französische Teamchef weiter. Der Zeitpunkt der neuerlichen Anhörung ist aufgrund der langen Formel-1-Pause bis Baku (30. April) noch offen. Im Falle eines positiven Ausgangs für Ferrari würde Sainz wieder Vierter werden.