Wieder Korruptionsvorwürfe gegen H.C. Strache

Neuerliche Vorwürfe gegen den neuen Parteichef des "Team HC Strache, Allianz für Österreich"
Neuerliche Vorwürfe gegen den neuen Parteichef des "Team HC Strache, Allianz für Österreich"(Bild: Sabine Hertel)
Gerüchte um private Spenden

Jahrelang soll Walter Grubmüller (57), millionenschwere Ex-Speedwayfahrer und seit einigen Jahren Betreiber der Privatklinik Währing, erfolglos versucht haben, mit seiner Klinik auf die elitäre "Prikraf"-Liste zu gelangen. Warum er 2018 plötzlich doch aufgenommen wurde, darüber geben jetzt zufällig entdeckte Nachrichten auf einem von H.C. Straches beschlagnahmten Mobiltelefonen Aufschluss. 

Zuerst Gesetzesänderung, dann Ibiza-Flug

Wie die "Presse" berichtet, geht aus dem Chat-Verlauf hervor, dass Strache Grubmüller zur Zeit der Koalitionsverhandlungen 2017 fragte, welche Gesetzesänderung er denn bräuchte. Jahrelang versuchte dieser zuvor mit seiner Privatklinik auf die Liste des Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds, kurz "Prikaf", zu gelangen. Dieser leistet einen Teilkostenersatz für alle Sozialversicherten, die in Privatspitälern behandelt werden.

Nachdem Grubmüllers Wunsch 2018 schließlich durch eine Gesetzesänderung erfüllt wurde, zeigte sich dieser dankbar und bietet Strache und seiner Frau Philippa einen Urlaub nach Korfu mit Privatjet an. Auch von einem Flug nach Ibiza ist die Rede. Eine Summe von 11.000 Euro wird genannt. An anderer Stelle schreibt Grubmüller: "Bitte um Spendenkonto für die EU-Wahl."

Bereits im Jahr 2017 hatte der 57-Jährige eine Spende von 10.000 Euro an die Bundespartei geleistet. Auswertungen von Chats von Ex-Klubchef Johann Gudenus oder Wien-Chef Dominik Nepp legen die Vermutung nahe, dass es dazu weitere Geldflüsse an Strache persönlich gegeben haben könnte. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA)ist an der Causa dran.

Straches Anwalt, Johann Pauer, bestreitet die Vorwürfe. Strache sei nicht auf Korfu gewesen. Den Ibiza-Flug habe er für sich gechartert und nachweislich bezahlt. Auch Grubmüller verteidigt sich. Abseits der Parteispende sei nie Geld an Strache oder einen Verein geflossen. Er sei seit den 90ern mit dem Ex-FPÖ-Vizekanzler befreundet – auch das Angebot nach Korfu zu kommen, sei ein freundschaftliches gewesen.

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