Wieder Unwettereinsätze in Niederösterreich

Unwetter in Niederösterreich haben am Sonntagabend einmal mehr für massive Schäden und eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen gesorgt. Insbesondere betroffen waren Gemeinden in den Bezirken Lilienfeld, Gänserndorf und Baden. 130 Feuerwehren mit etwa 850 Mitgliedern waren aufgeboten. Auch in Salzburg und Tirol kam es zu schweren Überschwemmungen. Zuvor waren die Einsatzkräfte mit Aufräumarbeiten nach den vergangenen Unwettern beschäftigt.

beschäftigt.

Laut Resperger betrafen etwa 80 Prozent der Unwettereinsätze die Bezirke Lilienfeld, Gänserndorf und Baden. Helfer mussten aber auch in den Bezirken Bruck a.d. Leitha, Mödling, Horn und Zwettl ausrücken.

In Kieneck in der Gemeinde Ramsau (Bezirk Lilienfeld) wurde eine Brücke weggerissen. Die überflutete Gemeindestraße war mehrere Stunden nicht passierbar. Das Firmengelände einer Kistenproduktion wurde durch ein verklaustes Klein-Kraftwerk schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Produktionshallen, Lager und Büros standen laut Bezirksfeuerwehrkommando bis zu einem Meter unter Wasser. Ein Einsatzfahrzeug der FF Ramsau wurde von einer Welle überrascht, die aufgrund des Rückstaus aus dem Ramsaubach auf die Straße geschwappt war, und samt Insassen eingeschlossen. Kameraden der FF Wiesenfeld und Traisen mussten zur Rettung heranrücken.
Aufräumarbeiten dauern noch Tage an. Eine Mure, die hinter einem Haus abgegangen war, wurde mit Ableitungen und Pfostenverbauten gestoppt. Ein kleiner Bach, der binnen weniger Minuten überdimensional angestiegen war, schnitt ein Wohnobjekt von der Umgebung ab. Außerdem wurden mehrere Keller teilweise bis zur Decke überflutet. Die Aufräumarbeiten werden laut Feuerwehr noch Tage dauern, der entstandene Schaden sei noch nicht zu beziffern. In Kaumberg wurde u.a. auch das Haus von Bezirksfeuerwehrkommandant Anton Weiss schwer in Mitleidenschaft gezogen. In den beiden Ortschaften standen elf Feuerwehren - zehn aus dem Bezirk Lilienfeld, dazu die FF Altenmarkt aus dem Bezirk Baden - mit etwa 200 Mitgliedern im Einsatz.
Ganze Ortschaft wurde zum Bach. Im Bezirk Gänserndorf wurde laut Resperger vor allem die Gemeinde Prottes von heftigen Niederschlägen heimgesucht. In einer Wohnsiedlung stand das Wasser teils bis zur Kellerdecke. In der Garage wurden Autos in Mitleidenschaft gezogen. "In Prottes ist durch die ganze Ortschaft ein Bach geflossen, der eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat", wurde Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schicker von noe.ORF.at zitiert. In Weikendorf kam es zu massiven Verklausungen im Weidenbach, so Resperger. Allein im Bezirk Gänserndorf mussten seinen Angaben zufolge 30 Feuerwehren mit etwa 450 Mitgliedern ausrücken. Einsätze dauerten am Montag an.
Im Raum Altenmarkt a.d. Triesting (Bezirk Baden) wurde die B18 an mehreren Stellen überflutet und musste teils gesperrt werden. In Windischsteig (Bezirk Waidhofen a.d. Thaya) drückte eine Mure die Garage eines Betriebes ein. Die Feuerwehr musste das Objekt pölzen.
Stromausfall. In der Gemeinde Wienerwald (Bezirk Mödling) hat ein schweres Unwetter am Sonntagabend auch für einen Stromausfall gesorgt. Feuerwehren mussten in einigen Häusern mit Aggregaten und Lichtflutern aushelfen, um die Aufräumarbeiten zu erleichtern, berichtete das Bezirkskommando.
Pferdekoppel unter Wasser. In der Katastralgemeinde Dornbach stand neben einem Wohnhaus eine ganze Pferdekoppel unter Wasser. Die Helfer schaufelten eine Entlastungsrinne, um die Fluten geregelt neben dem Objekt ablaufen zu lassen. Gleich mehrere Einsätze gab es in Grub. Auch dort hatte der lokale Starkregen für plötzlich auftretende Wassermassen gesorgt, die der Boden und die Kanäle nicht aufnehmen konnten. Zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.


Unwetter in Salzburg

Gewitter mit heftigen Regenschauern haben in der Nacht auf Montag im Bundesland Salzburg zu zahlreichen kleinräumigen Überschwemmungen geführt, vor allem im Flachgau und im Tennengau. Die Feuerwehren wurden zu 139 Einsätzen gerufen, wobei der Schwerpunkt im Raum Berndorf, Seeham und Nußdorf im nördlichen Flachgau lag, informierte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos.

In Mattsee im Flachgau wurden in der Nacht 94 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, davon alleine 80 Liter im Zeitraum von 21.00 Uhr bis Mitternacht. Ähnlich war es in Teilen der Stadt Salzburg: Die Messstelle Freisaal meldete 81 Liter Niederschlag, die nur wenige Kilometer entfernte Stelle beim Flughafen hingegen nur 26 Liter.

Schwere Schäden in Tirol

Die starken Regenfälle haben auch zu Schäden in Kirchberg in Tirol geführt. Der "Kobinger Bach" und der "Kerzinger Bach" traten über die Ufer und vermurten die Landesstraße L203 mit Schlamm, Steinen und Baumstämmen. Auch die Liftstation "KI WEST" wurde in Mitleidenschaft gezogen. Überflutet wurde auch die Wildschönauer Landesstraße zwischen Oberau und Mühltal. Die L3 war durch Schotter und Geröll nur erschwert passierbar.

Im Bereich des Weilers Panorama in Oberau wurde ein geparkter Wagen bei einem Hangrutsch beschädigt. Auch eine Erdgeschosswohnung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Personen kamen nicht zu Schaden. Eine Evakuierung war nicht notwendig. Landesweit standen die Feuerwehren im Unwettereinsatz.

Lokale Überflutungen in der Steiermark

Ein heftiges lokales Unwetter mit Starkregen und Hagel hat Sonntagabend im Gemeindegebiet von Deutschfeistritz (Bezirk Graz-Umgebung) für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Muren machten Straßen vorübergehend unpassierbar, ein Fahrstreifen der A9 Pyhrnautobahn musste wegen Überflutung gesperrt werden.

Wie die Feuerwehr mitteilte, war die Übelbacher Landesstraße L385 überschwemmt, außerdem gingen dort einige Geröll- und Schlammlawinen ab, welche die Straße für zwei Stunden blockierten. Im Feistergraben verlegte eine Gerölllawine die Gemeindestraße. Im Ortsgebiet von Deutschfeistritz standen einige Keller unter Wasser, eine Baumschule wurde bis zu einem halben Meter überflutet. Die Feuerwehren Deutschfeistritz und Kleinstübing waren mit allen verfügbaren Pumpen im Einsatz.
Montagnachmittag sind lokal wieder teils kräftige Schauer und Gewitter möglich, die erneut von starkem

Regen begleitet werden.

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